Wird Strom nun doch teurer? Bewag plant ab 1. Oktober "moderate Anpassungen"
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Hält das derzeitige Niveau beim Ölpreis von gut über 40 Dollar an, dann steige in Österreich nicht nur der Gaspreis, auch Strom könnte um 25 bis 30 Prozent teurer werden. Die Arbeiterkammer (AK) will nun die angedachten Strompreiserhöhungen genau unter die Lupe nehmen: Sollte es zu Strompreiserhöhungen kommen, werde man diese genau nachprüfen und alle Register ziehen, wenn sich die Anhebungen nicht durch gestiegene Einstandspreise rechtfertigen lassen, so AK-Energieexperte Ditmar Wenty.
Auch der Anteil der kalorischen Erzeugung müsse berücksichtigt werden, betont der AK-Experte. In Österreich wurden laut Daten der E-Control im Jahr 2003 60.081 GWh Strom erzeugt, davon kamen rund 37 Prozent aus Wärmekraftwerken mit fossilen Brennstoffen. Rund 59 Prozent des heimischen Stroms wurden im "trockenen Jahr" 2003 aus Wasserkraft erzeugt. Im Jahr 2002 lag der Anteil der Wasserkraft bei 67 Prozent, jener der Wärmekraftwerke bei nur 28 Prozent.
Burgenländischer Stromlieferant plant Strompreiserhöhung
Die burgenländische Bewag plant nach Angaben von Vorstandssprecher Hans Lukits "eine moderate Anpassung" der Strompreise um durchschnittlich 3,4 Prozent ab 1. Oktober. Natürlich wirke sich der steigende Ölpreis auch auf den Strompreis aus, so Lukits, weil damit auch die Gaspreise steigen würden. Das habe wieder Auswirkungen auf die thermische Produktion. "Der Hauptgrund ist, dass die Großhandelspreise, zu denen wir einkaufen, derart gestiegen sind." Das habe mit dem Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage zu tun, so der Bewag-Vorstandssprecher.
Die Nachfrage steige nach wie vor - dank Ziel-1-Förderung auch im Burgenland -, es entstünden aber keine neuen Produktionskapazitäten. In einem liberalisierten Markt führe stagnierende Produktion bei steigender Nachfrage zu höheren Preisen. "Wir geben aber gar nicht alles weiter", betonte Lukits, einen Teil der Mehraufwendungen für den Stromeinkauf will die Bewag selbst schlucken. Details zur geplanten Strompreiserhöhung wird die Bewag am Donnerstag nächster Woche bekannt geben.
Die Vorarlberger Kraftwerke schließen eine Stromerhöhung für Massenkunden für das heurige Jahr aus. Wie es nächstes Jahr ausschaue, könne man jetzt noch nicht sagen, sagte VKW-Sprecher Peter Schmid zur APA. "Dabei kommt es auf die internationale Entwicklung an", so Schmid. Die hohen Ölpreise zeigten in Vorarlberg selbst kaum Auswirkung, da der Wasserkraftanteil sehr hoch sei. Spürbar seien aber die Kosten beim Zukauf von Strom, "da gibt es hohe Preissteigerungen zu verzeichnen".
Aus der EVN heißt es, man beobachte derzeit die Marktentwicklung. Auch die Kelag werde die Entwicklung der Großhandelspreise beobachten, sagte Vorstandsdirektor Hermann Egger zur APA. Die Kelag sei auf Zukäufe angewiesen, entscheidend sei die Entwicklung auf den internationalen Märkten. In der Steiermark wird die Energie Graz GmbH nach einer etwa dreiprozentigen Strompreiserhöhung für Haushaltskunden per 1. Juli durch die EStAG-Tochter SSG die Tarife per 1. Oktober im Ausmaß des Vorlieferanten SSG anpassen.
Die Energie AG Oberösterreich hatte in der Vorwoche erklärt, dass man Strompreiserhöhungen nicht ausschließe, denkbar seien 5 bis 7 Prozent. Die Linz AG will frühestens ab kommenden Jahr erhöhen. Die Tiroler Tiwag plant laut "Tiroler Tageszeitung" Anhebungen im Herbst. Die Salzburg AG hat für heuer Anpassungen ausgeschlossen: "Aus dem Titel Ölpreissteigerungen werden wir derzeit die Preise für Strom und Gas nicht erhöhen", so Vorstands-Chef Arno Gasteiger in den "Salzburger Nachrichten". Bei der Wien Energie denkt man laut "SN" über Anhebungen nach: Die derzeitigen Tarife seien mit einem Ölpreis von unter 30 Dollar je Barrel (159 Liter) kalkuliert worden, wenn es bei 40 Dollar oder mehr bleibe, müsse man zur Jahreswende hin mit Preissteigerungen rechnen, so Wien Energie-Chef Michael Obentraut.
Die Großhandelspreise für Strom sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Der durchschnittliche "front year base"-Preis - also jener Preis, zu dem an den Strombörsen für Lieferungen im kommenden Jahr für Grundlast gehandelt wird - lag 2002 für 2003 bei 23,75 Euro je MWh. 2003 für 2004 waren es 28,03 Euro und im bisherigen Jahresverlauf 2004 für 2005 lag der Preis bei 32,90 Euro je MWh. Im Jahr 2003 sei dieser Benchmark-Preis im Jänner bei rund 25 Euro gelegen und im Jahresverlauf kontinuierlich bis zum Rekord von 36 Euro je MWh gestiegen. Per Jahresende ging er wieder auf rund 33 Euro zurück, heißt es aus der Verbund-Handelstochter APT (Austrian Power Trading) zur APA.
(apa/red)
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