Neuer Schmiergeld-Skandal in Italien: ABB soll Enipower geschmiert haben!
- Mailänder Justiz hat Ermittlungen aufgenommen
Eine neue Korruptionsaffäre erschüttert Italien: Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen rund ein Dutzend Unternehmen eingeleitet, die Schmiergelder an Manager der zum Energie-Riesen ENI gehörenden Gesellschaft Enipower gezahlt haben sollen.
Zwei Geschäftsleute, die Mittelsmänner gewesen sein sollen, wurden bereits Ende vergangener Woche festgenommen. Es könnten jedoch bis zu 30 weitere Manager in den Sog der Ermittlungen geraten, berichtete die römische Zeitung "La Repubblica" am Montag. Der Skandal sei ins Rollen gekommen, als der schweizerisch-schwedische Technologiekonzern ABB im vergangenen Sommer Unregelmäßigkeiten bei seiner italienischen Tochtergesellschaft feststellte.
Ein Ex-Manager von Enipower habe unterdessen bereits gestanden, von ABB Schmiergelder in Höhe von rund 400.000 Dollar (derzeit 331.565 Euro) für die Vergabe von Aufträgen erhalten zu haben. Einer der Inhaftierten habe zudem ein Geständnis abgelegt, hieß es. Das ganze Ausmaß der Affäre sei derzeit noch nicht abzusehen, sagte der Mailänder Staatsanwalt Guido Salvini: "Es handelt sich um ein weites und ausgedehntes Korruptionssystem, das sogar die Tangentopoli-Affäre (Schmiergeldrepublik) der 90er Jahre in den Schatten stellen könnte." (apa)
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