Mittwoch, 11. August 2004

Spezial-Einlage als Medaillenrettung: Schlager startet mit Kautschuk-Plättchen

  • Einsatz nur als letzte Maßnahme im Ernstfall
  • Weltmeister im Training aber derzeit problemlos

Weltmeister Werner Schlager ist vor seinen dritten Olympischen Spielen gut in Schuss. Daran ändert auch seine akut gewordene Zehenverletzung nichts, wegen der er in der vergangenen Woche das Camp in Senigalia abbrechen hatte müssen. Bei den ersten Trainings in der Athener Galatsi-Halle nahm ein in den Schuh eingelegtes Kautschuk-Plättchen den Druck auf die lädierte Stelle, für den Ernstfall hat Masseur Hermann Schmid eine von einem deutschen Orthopäden hergestellte Spezial-Einlage in petto.

Schlager weiß aber, dass er auch in seinen Körper hineinhören muss. "Vor dem ersten Training hatte ich ein Ziehen und ein Pochen in der Zehe. Gerade so, als wollte sie mir sagen: 'Pass auf!' Aber ich habe es unter Kontrolle, es sollte kein Problem sein. Beim Spielen war's dann auch weg." Das Wiederauftreten der Blessur nach zehn Monaten der Beschwerdefreiheit traf den Niederösterreicher nicht völlig unerwartet. "Ich hab' jetzt bei den Trainingslagern drei Wochen reintrainiert, da sind die Probleme fast logisch."

österreichs Starter mir Olympia-Halle zufrieden
Die erste Einheit in der Olympia-Arena absolvierten der spielerisch sehr starke Schlager, Chen Weixing und Karl Jindrak gleich in der Wettkampfhalle. Liu Jia griff wegen Müdigkeit nach dem einwöchigen Obertraun-Trainingslager und der Anreise erst am Mittwoch Vormittag zum Schläger. Das Urteil der ÖTTV-Truppe über die Hallen-Verhältnisse war eher positiv, wenn auch mit Einschränkungen. Trainer Ferenc Karsai: "Das Klima und die Oberfläche der Tische ist besser als bei der Pro Tour im Jänner, das war eine Katastrophe."

Allerdings sind die Bedingungen an den vier Wettkampf-Tischen unterschiedlich. Auf einem der beiden inneren übte Karl Jindrak mit dem Kroaten Zoran Primorac. "Da spürst du vom Wind überhaupt nichts", erklärte der Wiener. Die beiden äußeren Tische werden jedoch von den Klima-Anlagen erreicht, an den beiden Tisch-Enden bläst es zudem in unterschiedlicher Intensität. Den Spielern wurde freilich zugesagt, dass die Klima-Anlage während der Matches bei zu großer Beeinträchtigung abgedreht wird.

Manko rutschige Tisch-Oberflächen
Da machen die schnellen, etwas rutschigen Tisch-Oberflächen schon mehr Kopfzerbrechen, zumindest Chen. Der 31-Jährige ist da als Verteidiger im Nachteil, wird sein Spiel vielleicht nicht wie gewohnt aufziehen können. Auch die Schnitt-Möglichkeit beim Service ist nur begrenzt. Karsai erinnert sich an das Pro-Tour-Turnier zurück: "Damals war die Oberfläche so rutschig, dass alle Verteidiger in der ersten Runde ausgeschieden sind." Es ist aber möglich, dass den Austro-Chinesen seine zuletzt gezeigte Hochform rettet.
(apa/red)

11.8.2004 15:43