Freudentag für Argentinien: Herren-Team holt nach 1952 wieder Gold im Basketball!
- Klarer 84:69-Triumph im Finale gegen Italien
- US-"Dream Team" siegt gegen Litauen und holt Bronze
Freudentag für Argentinien: Nach den Fußballern wurden auch die Basketballer in Athen Olympiasieger und bescherten ihrem Land nach 52-jähriger Durststrecke am Samstag die zweite Goldmedaille. Der Vize-Weltmeister besiegte vor 14.500 Zuschauern in der ausverkauften Olympia-Halle das Überraschungsteam aus Italien mit 84:69 (43:41). Zuvor hatten sich die Profis aus den USA im Spiel um Platz drei mit 104:96 (49:44) gegen Litauen durchgesetzt und als Trostpreis wenigstens Bronze gewonnen.
In einer zerfahrenen und von vielen Fehlern beider Teams geprägten Begegnung gaben die Argentinier zunächst den Ton an. In den ersten fünf Minuten trafen die Italiener, die 1999 mit dem EM-Sieg ihren letzten großen internationalen Erfolg gefeiert hatten, den Korb kein einziges Mal. 31 Prozent betrug die Wurfausbeute nach dem ersten Viertel, 45 Prozent waren es zur Pause. Doch die Argentinier, die bei Olympia noch nie so weit gekommen waren, brachten die Azzurri durch eigene Nachlässigkeiten wieder ins Spiel. Kurz nach dem Wechsel gelang Ginaluca Basile sogar der Ausgleich. 16:26 Minuten vor dem Ende lagen die Italiener erstmals in Führung. Doch am Ende setzte sich Argentinien doch noch deutlich durch.
"Dream Team" holt Bronze
Mit Wut im Bauch haben die Basketball-Profis aus den USA im kleinen Olympia-Finale Litauen besiegt und sich als Trostpreis wenigstens die Bronzemedaille gesichert. Einen Tag nach der bitteren Halbfinal-Niederlage gegen Argentinien setzten sich die NBA-Profis um Tim Duncan und Allan Iverson am Samstagabend in Athen vor 14.000 Zuschauern in der Olympiahalle mit 104:96 (49:44) gegen den Europameister durch. Beide Teams brannten ein Basketball-Feuerwerk ab. Doch die Show-Time unter dem Korb kam vor allem für die Amerikaner viel zu spät.
Die Olympia-Auswahl 2004 aus der NBA geht deshalb als jene Mannschaft in die Annalen des US-Sports ein, die als erstes Profi-Team bei Olympia verlor und nicht die Goldmedaille gewonnen hat. Letztmals war eine US-College-Auswahl 1988 in Seoul im Halbfinale ausgeschieden und mit Bronze ins Basketball-Mutterland heimgekehrt. 1992 in Barcelona betrat das Dreamteam um Magic Johnson und Michael Jordan aus der Profiliga NBA die Olympia-Bühne und machte Werbung für den Sport. Zwölf Jahre später ist die Basketball-Welt kleiner geworden.
Ehe Amerikas Männer demonstrierten, was hätte möglich sein können, besiegten die US-Frauen in einem nach der Pause hochklassigen Endspiel das Team aus Australien mit 74:63 (29:26). In der Neuauflage des Endspiels von Sydney machten beide Mannschaften echte Werbung für den Frauen-Basketball. Dank der besseren Nervenkraft und Spielstärke im Schlussviertel holte sich das US-Team um Tina Thompson (18), Dawn Staley (14) und Lisa Leslie (13) sein fünftes Olympia-Gold am Ende nicht unverdient. Bronze ging an Russland. Der Europameister besiegte im Spiel um Platz drei das Team aus Brasilien mit 71:62 (32:32).
Mit einer Panne begann für die Amerikaner der Kampf um das Trostpflaster. Der zwölfmalige Olympiasieger hatte die falschen Trikots eingepackt. Die Begegnung konnte deswegen erst mit 40-minütiger Verspätung beginnen. (apa/red)
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