Erste Medaille für Österreich: Markus Rogan holt Silber über 100 Meter Rücken!
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Endlich - Österreich darf sich über die erste Medaille bei den Olympischen Spielen in Athen freuen! Markus Rogan gewann am Montag im Athener Finale über 100 m Rücken mit einer wieder sensationellen zweiten Länge Silber, besiegt nur vom US-Weltmeister Aaron Peirsol. In 54,35 Sekunden verbesserte der Wiener zudem seinen am Vortag im Semifinale fixierten österreichischen Rekord um 7/100 Sekunden. Es ist dies nach drei Wettkampftagen das erste Edelmetall des 74-köpfigen ÖOC-Teams bei den XXVIII. Sommerspielen. Bei der Feier im Club Austria konnte es unser neuer Olympia-Held noch gar nicht fassen. "Ich hab das noch gar nicht realisiert."
Minuten nach dem Anschlag stand der 22-Jährige noch immer im Bann des spannenden Rennverlaufs und der Eindrücke in den Sekunden nach der Entscheidung: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es war einfach ein Super-Rennen. Ich war irrsinnig nervös, wie man eben in einem Olympia-Finale nervös ist", erklärte Rogan. "Aber eigentlich war es eine Mannschaftsleistung. Als mir heute Früh die Schulter wehgetan hat, haben mir viele vom Team zugesprochen. Auch Werner Schlager hat gesagt: 'Das machst du, du schaffst das.'"
Mit grandioser Aufholjagd zu Silber
Das Rennen schien für den Doppel-Europameister dann allerdings schon verloren, als er bei der Wende nur als Achter anschlug und in 26,88 zwei Zehntel hinter seiner Semifinal-Durchgangszeit sowie 16/100 hinter den beiden Sechsten Tomomi Morita aus Japan und Marco di Carli aus Deutschland blieb. Was aber dann folgte, war eine Aufholjagd sondergleichen. "Ich hab' gewusst: Hey Burschen, der zweite 50-er gehört mir, ihr könnt auf dem ersten machen, was ihr wollt. Aber gut, dass ich nicht gewusst habe, wie weit ich hinten war."
Hauchdünne Medaillen-Entscheidung
Sogar auf Peirsol holte er in den verbleibenden 28 Sekunden 49/100 auf, auf diese Weise war er vor drei Jahren bei den Weltmeisterschaften in Fukuoka übrigens ebenfalls noch auf Platz zwei gestürmt. Diesmal hatte es aber schon Methode. "Die Wende und die Tauchphase habe ich mit Robert (Anm.: Trainer Michlmayr) und Peter (Anm.: US-Trainingskollege Marshall) super eingestellt." Die Video-Analyse eines in der vorolympischen Woche in Linz gemachten Tests hat sich also voll rentiert, die paar gewonnenen Hundertstel entschieden über Medaille ja oder nein.
Denn nur eine Hundertstel hinter Rogan wurde Morita nach der zweitbesten zweiten Länge Dritter, er verließ danach den Becken-Bereich mit Freudentränen. Und Weltrekordler Lenny Krayzelburg schlug weitere zwei Hundertstel dahinter an. Rogan: "Ich hab' bald gesehen, Peirsol geht weg und gewusst, an Lenny wird eine Medaille hängen. Das spürt man irgendwie. Daher hab' ich mich an ihm orientiert." Das Hundertstel-Glück war also diesmal auf Rogans Seite, nachdem er im Mai EM-Gold über diese Distanz um 1/100 verpasst hatte.
"Ich fühl' mich einfach österreichisch"
Seine Gefühle so kurz nach dem großen Triumph, dem der österreichische Schwimmsport fast ein Jahrhundert nachgelaufen war, konnte er vorerst noch nicht so richtig in Worte kleiden, meinte aber dann: "Ich fühl' mich einfach österreichisch", kam wieder einmal der Patriot aus ihm heraus. "Das ist ein Traum, den ich 15 Jahre lang hatte: Eine Medaille bei Olympia zu gewinnen." Bei der anschließenden Siegerehrung war Rogan fast logisch in eine rot-weiß-rote Fahne gehüllt und bekam wie alle anderen Athen-Olympioniken einen Lorbeerkranz auf den Kopf gesetzt.
(apa/red)
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