Schwimmer ohne Handy: Markus Rogan gab vor letzten Vorbereitungen Telefon ab
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Schwimm-Doppel-Europameister Markus Rogan nimmt seinen Angriff auf Edelmetall in Athen Schritt für Schritt in Angriff. Bis zu seinem ersten Rennen am Sonntag nähert sich der 22-Jährige sukzessive dem Wettkampf-Rhythmus, lässt mehr und mehr das olympische Flair auf sich wirken.
So sprang er erst am Donnerstag erstmals ins Hauptbecken des "Olympic Aquatic Centers", nachdem er sich am Vortag Stunden nach der Ankunft in Griechenlands Hauptstadt aus psychologischen Gründen für das Trainingspool entschieden hatte.
Ausdruck der Nervosität ist das für Rogans Trainer Robert Michlmayr nicht: "Eine gewisse Anspannung ist sicher da. Markus hat aber schon seine Methoden, um sich lockerer zu machen." So entspannte sich der Kurzbahn-Europarekordler vor seiner zweiten olympischen Session mit ehemaligen US-Studienkollegen mit Small-Talk am Beckenrand, legte auch im Wasser so manches Plauscherl ein. Über die Art des Trainings entscheidet in dieser Phase Rogan selbst. Michlmayr: "Da gehen wir ganz nach seinem Gefühl."
Rot-weiß-rote Badehaube
Mit rot-weißer Österreich-Badehaube bestückt riet das Gefühl zu etwas verstärkter Beinarbeit und moderaten 50-m-Rücken-Steigerungen, ansonsten war es nur ein besseres Baden. Die eigentliche Trainingsarbeit ist ja schon abgeschlossen. Sein Handy hat der Wiener noch am Athener Flughafen Michlmayr übergeben - wie immer vor wichtigen Wettkämpfen, um abseits des Trainings nicht abgelenkt zu werden. "Ich lass' mich von der allgemeinen Hektik sicher nicht anstecken, das war der Fehler in Sydney."
Bis zum Sonntag wird Rogan auch seinen Wecker auf Olympia getrimmt haben. Ist das OSV-Ass am Donnerstag erst um 8:50 Uhr aufgestanden, wird sich der Uhrzeiger in den drei Tagen bis zum Ernstfall Stück für Stück zurück bewegen. Auch sein Trainingskollege Peter Marshall wird jetzt nicht mehr um ihn herum sein. Der US-Amerikaner kommt aber am Freitag, um Landsleute zu treffen und ein bisschen Olympia-Luft zu atmen. Marshall hatte die Qualifikation für die Spiele ja nur um 4/100 Sekunden verpasst.
Als Rogan am späten Vormittag mit dem Training gerade fertig war, betrat Aaron Peirsol den Becken-Bereich. Der US-Amerikaner ist besonders auf den 200 m Rücken der große Gejagte, auch für Rogan. Der lässt sich aber deswegen nicht von seinem eingeschlagenen Weg abbringen. Michlmayr: "Wenn Markus jetzt noch etwas ändert und versuchen würde, mit 100 Prozent zu schwimmen, wäre das sicher schlecht. Er muss nur alles so machen wie immer. Nur so kann er Erfolg haben"
(apa)
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