Donnerstag, 12. August 2004

Silber bei den Laser-Seglern: Andreas Geritzer holt die 5. Medaille für Österreich!

  • Letzte Wettfahrt entwickelte sich zu einem wahren Krimi
  • Für den Brasilianer Scheidt ist es der 2. Olympiasieg

Was für ein Tag: Die olympische Erfolgsbilanz der österreichischen Segler geht weiter, vier Jahren nach den zwei Goldmedaillen in Sydney durch die Tornadosegler Roman Hagara/Hans Peter Steinachter und Mistral-Surfer Christoph Sieber hat Laser-Segler Andreas Geritzer die Silbermedaille geholt. Gold ging an den siebenfachen Weltmeister Robert Scheidt aus Brasilien, Bronze an den Slowenen Vasilij Zbogar.

"Ein Wahnsinn. Als Scheidt über der Ziellinie war und ins Wasser hüpfte, habe ich mir gedacht, ich mach das auch, denn dann liegen da zwei, die es sich verdient haben", jubelte der 26-Jährige.

Der Finaltag der Lasersegler hatte sich zu einem wahren Krimi entwickelt. Die elfte und letzte Wettfahrt war bei sehr wenig Wind erst nach eineinhalb Stunden gestartet, aber dann noch vor der ersten Tonne wegen Zeitüberschreitung (Wind zu schwach und deshalb Kurs zu lang) abgebrochen worden. Zum Glück für Geritzer, der sehr schlecht weggekommen war.

Danach lief ein weiterer Countdown zum Start, der aber abgebrochen wurde. Der dritte Versuch wurde durchgezogen, Geritzer riskierte bei erneut wenig Wind alles, ging links raus, fuhr übers ganze Feld und hatte sich damit in die wichtige Position vor dem Briten Paul Goodison, dem Portugiesen Gustavo Lima und Zbogar gebracht, unter denen die Medaillen entschieden wurden. Scheidt hingegen lag vor dem Österreicher und damit auf Goldkurs.

Zehnter Tagesrang reichte
"Ich habe schon nach dem Start gewusst, ich habe es geschafft. Scheidt war immer auf Gold, ich auf Silber, wir haben unsere Positionen gehalten, die anderen waren dahinter." Geritzer reichte ein zehnter Tagesrang, Scheidt wurde Sechster, den Tagessieg holte der Franzose Felix Pruvot.

Nerven aufreibend war für Geritzer die Warterei auf den Start. "Ich habe in den letzten Tagen gesagt, ich bin der Nervenstärkste, aber das stimmt nicht, es war abartig spannend. Da war auch die Angst zu versagen, aber nur ganz kurz. Sonst hatte ich nur Positives, schöne Bilder im Kopf." Der Österreicher war letztlich froh, dass trotz schwachem Wind und damit für ihn nicht optimalen Bedingungen die letzte Wettfahrt doch noch gesegelt wurde: "Es war sehr eng, es wäre kein schönes Ende gewesen. Ich wollte die Wettfahrt haben, auch wenn ich fast dafür gestraft worden bin", erklärte Geritzer.

Für den HAK-Absolventen hat sich mit dem größten Erfolg seiner Karriere ein Traum erfüllt, den er seit vier Jahren hegte, als er in Sydney die Medaillenfeier von Roman Hagara und Hans Peter Steinacher gesehen hat. Schon 2000 hat er als Fünfter sein großes Talent gezeigt, auch wenn ihm damals einiges Glück zu dieser Top-Platzierung verholfen hatte. Den Erfolg in Athen verdankt er seinem seglerischen Können und der in den vergangenen Jahren gewonnen Ruhe, in der dieser Tage die Kraft lag. (apa/red)

12.8.2004 12:13