Mittwoch, 11. August 2004

Mirna Jukic in Hochform, aber: Wasser- gefühl und Technik noch nicht perfekt

  • Erste Trainings im Olympia-Becken im Athener Aquatic Center galten dem Ausmerzen der Schwächen

Schwimm-Europameisterin Mirna Jukic kann nur warten, warten auf die Hochform. Ihr dreiwöchiges Höhen-Trainingslager Ende Juni/Anfang Juli in Arizona wurde terminlich so gelegt, dass sich die 18-Jährige in der nächsten Woche beim Olympia-Rennen über 200 m Brust möglichst in Top-Verfassung präsentiert. Doch noch passt nicht alles ganz optimal, ist das Wassergefühl nicht so, wie es sein soll.

Auch an der Technik gilt es noch etwas zu feilen. Die ersten beiden Trainingseinheiten im Olympia-Becken standen unter diesem Aspekt.

Dabei versuchte Österreichs "Sportlerin des Jahres 2002" mit diversen Hilfsmitteln abwechselnd Bein- und Arm-Stil zu perfektionieren. Mit um die Hände gelegten, Teller großen so genannten "Paddles" wurde der Widerstand erhöht, um die Muskelkraft zu stärken. Dann verzichtete Jukic auf ein Schwimmbrett gestützt bewusst auf Arm-Tempi und konzentrierte sich auf die Beinarbeit, ehe sie wieder nur mit den Armen schwamm. Trainer-Vater Zejlko Jukic erkannte am Dienstag schon Fortschritte, war aber noch nicht ganz zufrieden.

"Mirna fehlt noch das Wassergefühl. Und bei der Technik ist die Koordination noch nicht da. Das Timing ist beim Brust-Schwimmen besonders wichtig, Beine und Arme müssen abgestimmt sein", erklärte der Coach. Beim ersten Athen-Training am Montag war seine Tochter freilich nicht ausgeruht, nach der Anreise musste sie sich im Olympischen Dorf eineinhalb Stunden bei der Akkreditierung anstellen und brach danach ohne Mittagessen zum Pool auf. Zejlko Jukic: "Dazu ist Mirna ein bisschen nervös, es ist ja ihr erstes Olympia."

Die Nervosität hatte sich am Tag danach schon ein wenig gelegt. "Ich fühl' mich im Olympia-Becken sehr wohl. Seit ich im April da war, ist viel gebaut worden. Grundsätzlich geht es beim Training bei einer Weltmeisterschaft nicht anders zu, nur das Drumherum ist hier schon anders." Was die noch fehlende Hochform betrifft, gab Experte Hans Holdhaus Entwarnung. Der Chef des Jukic betreuenden Instituts IMSB spricht aus Erfahrung: "Die Form kommt oft plötzlich, von einem Tag auf den anderen. Das ist so, wie wenn man einen Schalter umlegt."
(apa)

11.8.2004 14:09