"Ein Traum für Terroristen": Zeitung erhebt schwere Vorwürfe zur Sicherheitslage
- Jounalist konnte Bombenattrappen ins Stadion bringen
- Griechischer Minister kritisiert Artikel schwer
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Sicherheitsskandal in Athen: Ein Journalist spazierte als Bin Laden ungehindert ins Olympiastadion: Eine britische Zeitung hat die Sicherheitsvorkehrungen bei den Spielen in Athen als "Traum für Terroristen" bezeichnet, nachdem ein Journalist des Blattes Bombenattrappen habe platzieren können.
Die Boulevard Zeitung "Sunday Mirror" berichtete am Samstag vorab, die im Olympiastadion von Athen versteckten drei Pakete mit Kabeln, Batterien und Drähten seien bei Sicherheitsprüfungen nicht entdeckt worden. Der Reporter Bob Graham sei zudem ohne große Überprüfung als Fahrer eingestellt worden und habe sich während der Eröffnungsfeier am Freitag bis auf 20 Meter dem Bereich mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs nähern können, darunter der britische Premierminister Tony Blair. Im Olympiastadion habe er sich mit Pässen bewegen können, die etwa in Anlehnung an Al-Kaida-Chef Osama bin Laden auf "Robert bin Laden" ausgestellt gewesen seien.
"Die Sicherheitsvorkehrungen sind einfach entsetzlich. Die Spiele sind ein wahr gewordener Traum für Terroristen", sagte Graham. Mit Blick auf die Beteuerungen der Behörden und den vorhandenen Mitteln handelt es sich um einen Skandal olympischen Ausmaßes."
Die ersten Olympischen Sommerspiele seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA finden unter einem beispiellosen Sicherheitsaufgebot statt. Die 16-tägigen Wettkämpfe der rund 10.500 Athleten werden von einer sieben Mal so großen Zahl von Soldaten und Polizisten überwacht. Mit rund 1,3 Milliarden Dollar hat Athen vier Mal so viel Geld für die Sicherheit ausgegeben wie Sydney bei den Spielen im Jahr 2000.
Der Reporter erhielt nach eigenen Angaben einen Pass für das Stadion, ohne dass es ein offizielles Vorstellungsgespräch gegeben habe oder er nach Referenzen gefragt worden sei. Sein Blatt warf den Organisatoren der Spiele vor, das Leben der Athleten und Zuschauer durch völlig unzureichende Sicherheitsvorkehrungen zu gefährden. Graham berichtete, er habe mit einem Lieferwagen regelmäßig den Sicherheitsbereich passieren können. Die Sicherheitskräfte hätten nie die Dutzenden Eisbeutel überprüft, die er für die Arbeiter in das Stadion gebracht habe. "Ich hätte eine große Zahl von Sprengstoff transportieren können", sagte er.
Der griechische Minister für Öffentliche Sicherheit, Georgios Voulgarakis, verurteilte den Artikel als "schwere Beleidigung des Journalismus und der Prinzipien einer objektiven und verantwortlichen Berichterstattung". "Ich möchte Herrn Graham empfehlen, weniger Detektivromane zu lesen", sagte er. Sein Ministerium erklärte, die Olympischen Spiele seien völlig sicher. Die Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen entsprächen den schärfsten internationalen Kriterien.(apa/red)
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