Dorfcharakter im Olympia-Dorf: Österreich mit zwei Häusern und Israel als Nachbar
- Auf der anderen Seite wohnen die finnischen Athleten
- 130 Betten stehen Österreichs Vertreter zur Verfügung
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Team Austria wohnt im Olympischen Dorf in Athen in zwei Häusern, mit den Israeli und den Finnen als Nachbarn. Der Delegation des Österreichischen Olympischen Comites (ÖOC) stehen insgesamt 130 Betten zur Verfügung. "Segler, Ruderer und zwei Reiter wohnen nicht im Dorf. Wir haben Zeiten, da sind 129 Betten belegt", erklärte ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth am Dienstag bei einer Führung durch die 1.240.000 Quadratmeter große Anlage im Norden von Athen.
In den Häusern gibt es keine Küche, gegessen wird im Restaurant, das 3.000 Sitzplätze hat. Die zweite große Einheit im Dorf ist das Transportcenter. "Das ist das wichtigste, die Athleten müssen fahren und essen", weiß Jungwirth. "Es gibt hier im Dorf alles, was die Athleten brauchen, es ist geräumig, weitläufig." So befindet sich eine hochmoderne Klinik im Dorf, eine Apotheke und Drogerie, kirchliche Einrichtungen und ein großes Internet-Cafe. Ein Supermarkt wurde bei der Planung nicht berücksichtigt.
Wen man als Nachbarn haben oder in welchem Teil man wohnen will, kann man sich nicht aussuchen, nur wünschen. "Wir haben angemeldet, dass wir möglichst weit weg vom Transportcenter sein wollen, wegen des Lärms, und der Wunsch wurde uns erfüllt", freut sich Jungwirth. Die Häuser der benachbarten Israeli umgibt ein Zaun, Sicherheitsleute wachen davor. Bei den Österreichern steht die Tür offen. "Das brauchen wir natürlich nicht", sagt der ÖOC-Generalsekretär.
Im Haus kommen auf vier bis fünf Athleten eine Dusche und ein WC. In den Zimmern mit Balkon und Klimaanlage stehen zwei Betten, ein Kleiderkasten und zwei Nachtkästchen. An der Wand hängt ein Spiegel. Im Keller befinden sich Aufenthalts-, Physiotherapie- und Massageraum sowie Arztzimmer und der Medikamentenschrank. Auch das ÖOC-Büro ist im Haus. "Bei früheren Spielen standen die Arbeitscontainer irgendwo, so ist es besser, wir haben alles beieinander."
Die ersten österreichischen Athleten, die im Dorf eingezogen sind, waren die Kanuten Helmut Oblinger und Violetta Oblinger-Peters, auch Schwimmer Maxim Podoprigora ist mittlerweile eingerichtet. Er genießt derweil noch den Luxus eines Einzelzimmers mit zusammengeschobenem Doppelbett: "Ist doch super, oder?"
Wer ins Olympische Dorf will, muss zwei Sicherheitskontrollen passieren, Gäste dürfen sich mit einem Tagespass nur in Begleitung eines NOK-Mitglieds bewegen. Im Dorf selbst patrouillieren Polizeistreifen rund um die Uhr. Die zahlreichen Grünanlagen sind zwar nur spärlich bepflanzt, aber man hat sich Mühe gegeben, einen Dorf-Charakter zu erzeugen und die Hochsicherheitszone einigermaßen gemütlich erscheinen zu lassen. Nach außen geschützt wird das "Olympic Village", in dem 16.000 Personen - 10.500 Athleten und Athletinnen sowie rund 5.000 Betreuer untergebracht sind - durch Stahlnetz-Zäune und Betonmauern.
IOC-Präsident Jacques Rogge zeigte sich nach einer Besichtigung der Anlage begeistert. "Fantastisch! Von den 16 Spielen, bei denen ich war, ist es das Beste. Und auch sein Vorhänger Juan Antonio Samaranch, der Rogge begleitete, war "sehr beeindruckt". Nach Olympia wird das Dorf, das 350 Millionen Euro gekostet hat, in Sozialwohnungen umgewandelt.
(apa)
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