Montag, 9. August 2004

"Welcome home": Athen ist bereit für die Rückkehr der Olympischen Spiele

  • So gut wie alle Sportstätten zeitgerecht fertiggestellt
  • Ganz Athen unter massivster Überwachung

Die Kritiker der griechischen Olympia- Organisation sind verstummt. Die Sportstätten der Olympischen Spiele von Athen sind fertig und genügen allerhöchsten internationalen Anforderungen. Wenige Tage vor der Eröffnungsfeier könnten die Spiele bereits beginnen. Allein diese Tatsache grenzt an ein Wunder, nachdem Skeptiker den Griechen noch vor einem Jahr ein Desaster vorausgesagt hatten.

Nachdem die Chefin des Organisationskomitees ATHOC, Janna Daskalaki-Angelopoulou, fünf Tage vor der Eröffnung die letzten Bauarbeiten für abgeschlossen erklärt hatte, sehen sich die Gastgeber jedoch in ihrer Arbeit bestätigt. Am Wochenende verschwanden die letzten Bagger und Baukräne und Putzkolonnen übernahmen das Regime um den Arenen den letzten Schliff zu geben. "Athen bietet die besten Sportstätten der Welt", verkündete ATHOC-Sprecher Machlis Zacharatos am Montag stolz.

Endspurt brachte rechtzeitige Fertigstellung
Nach monatelangen Verzögerungen legten die Griechen einen bautätigen Endspurt hin. Zwar stiegen die Kosten für die Fertigstellung der Sportstätten, die zu einem Großteil vom griechischen Staatshaushalt mitfinanziert wurden, allein im Jahr 2004 von veranschlagten 1,4 Milliarden Euro um mehr als das Doppelte, doch als Dank hagelt es Komplimente aus der gesamten Sportwelt.

"Alles ist fertig. Griechenland hat etwas Gigantisches erreicht", zog auch die stellvertretende Kultusministerin Fani Palli-Petraila eine positive Bilanz der Bauarbeiten. Der einzige Abstrich vom gewaltigen Sportstätten-Programm musste am Schwimmstadion, bei dem man aus Zeitgründen auf den Bau einer Überdachung verzichtete, gemacht werden. Zuschauer und Journalisten sind nun direkt der heftigen Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen
Die Sicherheitsvorkehrungen beeinflussen das Stadtbild. Sicherheitspersonal ist zwar immer wieder anzutreffen, bewaffnete Uniformierte aber nur bei Wettkampfstätten. Über der Metropole schwebt ein Zeppelin, an den Eingängen zu den Stadien und in die Medien-Center werden sämtliche Personen durchleuchtet. Neben dem Heliniko-Complex sind die Patriot-Abwehrraketen stationiert. Unzählige Kameras überwachen die Passanten von den Dächern aus.

Die Shuttle-Busse verkehren auf der eigens eingerichteten Fahrspur, auf der sie freie Fahrt haben. Die griechischen Verkehrsteilnehmer halten sich an das Fahrverbot auf der mit den fünf olympischen Ringen gekennzeichneten Spur.

Bei all dem geschäftigen Treiben bleibt den Athener als Rückzugsmöglichkeit die Altstadt.

(apa)

9.8.2004 15:06