Mittwoch, 11. August 2004

0:2 in der CL-Quali: Liverpool zeigte GAK schonungslos die Grenzen auf

  • Grazer damit bereits nach dem Hinspiel chancenlos
  • PLUS Reaktionen: "Für uns war heute nicht mehr drin"

Der englische Fußball-Rekordmeister Liverpool hat dem GAK am Dienstag im Drittrunden-Hinspiel der Champions-League-Qualifikation schonunglos die Grenzen aufgezeigt. Mit der 0:2-Heimniederlage in Graz durch einen Doppelpack von Steven Gerrard stellt sich für den österreichischen Doublegewinner im Rückspiel in zwei Wochen an der Anfield Road nur noch die Frage der Ehre - die Chance, im dritten Anlauf zum ersten Mal in die Millionen-Liga einzuziehen, ist schon vor der Auswärtspartie in England praktisch verspielt.

Nun müssen die Grazer wohl im UEFA-Cup ihr Glück versuchen.

Doch nicht nur das Resultat an sich, sondern auch die Art und Weise, wie es zu Stande kam, ließ den großen Traum der "Rotjacken" von einer Sensation wie eine Seifenblase zerplatzen. "Man muss es einfach realistisch sehen. Liverpool ist ein bis zwei Klassen über den GAK zu stellen", musste ein zerknirschter Grazer Trainer Walter Schachner zugeben.

Hoffen auf Abwehrschwächen blieb unerfüllt
Vor der Partie hatte Schachner beim Gegner phasenweise Probleme in der Abwehr und bei Standard-Situationen ausgemacht und in der fehlenden Matchpraxis der "Reds", deren Meisterschaft erst am Wochenende beginnt, einen kleinen Vorteil gesehen. Diese Hoffnungen erwiesen sich jedoch schnell als unbegründet. "Schwachpunkte waren heute bei Liverpool nicht vorhanden. Die Engländer haben einen sehr guten Eindruck hinterlassen, waren viel stärker als in ihren Spielen auf der Übersee-Tournee", sagte der frühere ÖFB-Teamspieler.

Während seine Elf in der Qualifikation im Vorjahr an Ajax Amsterdam in zwei Spielen nur knapp gescheitert war, ist diesmal mit ziemlicher Sicherheit schon nach dem ersten Match alles entschieden. "Vom Einsatz her kann ich meinen Spielern keinen Vorwurf machen, aber wir haben nicht diese Leistung wie gegen Ajax gebracht. Bedanken können wir uns bei Andi Schranz, ohne ihn hätten wir noch höher verloren."

Hoffen auf CL-Teilnahme noch nicht vollkommen aufgegeben
Völlig aufgeben will Schachner den Gedanken an die Champions League aber zumindest offiziell noch nicht. "Wenn ich das denken würde, hätte ich den falschen Job. Wir fliegen nach Liverpool, um uns dort so gut wie möglich zu verkaufen", gab "Schoko" als Parole aus.

Nachdem das große Saisonziel der Grazer vorzeitig außer Reichweite gerückt sein dürfte, rückt nun mit dem Auswärtsspiel am Samstag in Mattersburg wieder die heimische Meisterschaft in den Mittelpunkt. "Wir werden schauen, dass wir dieses Spiel so gut wie möglich über die Bühne bringen", erklärte Schachner.

Fokus nun wieder auf Meisterschaft
In der vergangenen Saison folgte dem Ausscheiden gegen Ajax in Rückfall in der Bundesliga (sechs Punkte aus den darauf folgenden sieben Spielen). Schachner rechnet allerdings nicht mit einem ähnlichen Szenario. "Aber wenn ein Einbruch kommt und uns hilft, wieder Meister zu werden, nehme ich ihn gerne in Kauf", meinte der Coach.

So wie ihr Betreuer mussten auch die GAK-Kicker die Überlegenheit von Liverpool anerkennen. "Von der theoretischen Aufstiegschance kann man sprechen, von mehr leider nicht mehr. Aber das Rückspiel an der Anfield Road wird dennoch ein absolutes Highlight", sagte Kapitän Toni Ehmann.

(apa/red)

11.8.2004 11:52