Montag, 9. August 2004

3:1 über Zenit St. Petersburg: Gelungenes Paschinger Debüt im UEFA-Cup

  • Edi Glieder verwertet zwei Elfmeter für die Hausherren
  • 20 Chancen beim Offensiv-Spektakel der Paschinger

Toller Einstand für die Paschinger im UEFA-Cup. Dabei war der Auftakt in der Partie alles andere als gut, brachte Kafkas die Gäste mit einem Eigentor in Führung. Dank einer unglaublichen Offensiv-Leistung mit sage und schreibe 20 Chancen drehten die Oberösterreicher die Partie aber noch um. Das Rückspiel steigt am 26. August in St. Petersburg.

Der Respekt von Georg Zellhofer vor dem Liga-Leader aus dem Land des EM-Starters war groß gewesen, aber der Langzeit-Coach hatte die Hausherren perfekt auf den Favoriten eingestellt.

Das offensiv ausgerichtete Mittelfeld Bule - Kirchler - Flögel - Jezek unterstützte das Sturm-Duo Glieder - Mayrleb und sorgte immer wieder für Gefahr in der Abwehr der Russen. Nach frühen Chancen von Mayrleb (3.), Jezek (6.) und Bule (9.) aber mussten die Paschinger in der zehnten Minute den Schock des 0:1 verdauen: Arschawin setzte sich auf der linken Seite gegen Baur durch, der die anschließende Hereingabe noch leicht abfälschte, und in der Mitte "besorgte" der türkische Abwehr-Routinier Tolunay Kafkas mit einem kuriosen Eigentor den Rest.

Doch auch die Gäste verteilten in der Folge ein wahres Tor-"Geschenk" an den Gegner: Der tschechische Verteidiger Martin Horak (einer von sechs Legionären in der Startformation) ging im Strafraum völlig unmotiviert mit der Hand zum Ball und Edi Glieder verwertete den Elfmeter sicher mit rechts ins linke Eck zum Ausgleich (16.). Auch in der Folge waren die Gastgeber ganz klar tonangebend. Kirchler (28.) und Glieder (29.) ließen zunächst noch Gelegenheiten zum 2:1 ungenutzt, doch in der 35. Minute war die hochverdiente Führung perfekt: Kafkas-Ersatzmann Torsten Knabel bediente mit einer Vorlage in die Tiefe Christian Mayrleb und der knallte den Ball ins lange Eck.

Nicht nur ein Zenit-Fan, der nach dem zweiten Pasching-Treffer den Platz stürmte, war überrascht von der sensationellen Entwicklung auf dem Rasen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte Mayrleb dann sogar noch die hundertprozentige Möglichkeit zum 3:1, doch alleine vor Torhüter Malafejew setzte er den Ball knapp am Gehäuse vorbei.

Auch nach dem Wechsel bekam Malafejew (neben Bystrow, Kerschakow und dem gesperrten Radimow einer von vier Zenit-Spielern im russischen Europameisterschafts-Kader) wesentlich mehr zu tun, als er sich wohl vor der Partie erwartet hätte. Wisio (50.), Chaile (57.), Jezek (64.) und Glieder (70.) vergaben, aber im Mittelpunkt stand Christian Mayrleb. Gezählte fünf Mal (69., 73., 76., 78. und 83.) scheiterte der Ex-Teamspieler zunächst, ehe er in der 85. Minute nach leichter Attacke von Sumulikoski noch einen Elfmeter herausholte. Edi Glieder verwertete erneut nervenstark und sorgte für den mehr als verdienten 3:1-Erfolg.

Im Finish war bei Chancen des eingewechselten Sariyar (86.) sowie von Baur (89.) sogar noch ein weiterer Pasching-Treffer möglich. Die Russen waren angesichts der Chancen-Vielfalt des FC Superfund mit dem 1:3 noch gut bedient.


(apa)

9.8.2004 15:50