Sonntag, 15. August 2004

Holkeri-Nachfolger: Jessen-Petersen tritt Amt als UNMIK-Chef im Kosovo an!

  • Auf Journalisten und Rechtsanwalt warten schwierige Aufgaben

Der Däne Soren Jessen-Petersen tritt heute sein Amt als Leiter der Übergangsadministration der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK) an. Seit Einrichtung der Protektoratsverwaltung im Juni 1999 ist der 59-jährige bereits der vierte Sondergesandte, der den mit umfassenden Machtbefugnissen ausgestatteten Posten in der südserbischen Provinz inne hat.

Jessen-Petersen löst den Finnen Harri Holkeri ab, der den Job im Juni nach nur zehn Monaten aufgab. Zuvor hatten bereits der deutsche Karrierediplomat Michael Steiner, Jessen-Petersens Landsmann Hans Haekkerup und der Franzose Bernard Kouchner die Geschicke des Zweimillioneneinwohner-Protektorats bestimmt.

Fünf Jahre nach Beginn der UNMIK-Herrschaft in der südserbischen Provinz verbleibt dem gelernten Journalisten und Rechtsanwalt wenig Zeit, die drängenden Probleme anzugehen: Eine Arbeitslosigkeit von mehr als sechzig Prozent und das Schwinden internationaler Hilfsgelder könnten erneut zu Unruhen führen wie im März, als Albaner gegen die serbische Minderheit vorgingen. Da im Oktober Parlamentswahlen stattfinden, dürfte zudem der Druck auf die UNMIK-Führung zunehmen, die in der UNO-Sicherheitsratsresolution 1244 von Juni 1999 offen gehaltene Statusfrage zu klären. (apa)

15.8.2004 22:28