Todessturm "Charley" tobte über Florida: Such- und Rettungsarbeiten noch im Gang
- 16 Menschen tot, Hunderte werden noch vermisst
- BILDER: Hurrikan zog eine Spur der Zerstörung!
·BILDER: "Jeanne" sorgt für Schrecken
Hunderte Tote und Über- flutungen in Karibik & USA
·Hurrikan "Charley": Mindestens 16 Tote
Zahl der Opfer könnte noch "bedeutend" steigen
Hurrikan "Charley" hinterließ ein wahres Schlachtfeld in Florida: Gebäude fielen wie Kartenhäuser zusammen, Bäume wurden entwurzelt und Autos wie Spielzeug durch die Luft geschleudert. Einen Tag nach der Hurrikan-Katastrophe haben die Aufräumarbeiten begonnen. Die Zahl der Opfer des Unwetters blieb weiter unklar. Die stellvertretende Gouverneurin von Florida, Toni Jennings, sprach am Sonntagabend von 16 Toten.
Mehrere hundert Personen wurden am Sonntag noch vermisst. Tausende Menschen wurden obdachlos, weil ihre Häuser zerstört wurden, rund zwei Millionen Haushalte waren zwischenzeitlich ohne Strom.
"Charley" war am Freitag an der Westküste Floridas bei Charlotte Harbor auf Land gestoßen. Das Auge des Hurrikans zog in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 230 Kilometern pro Stunde über Punta Gorda nördlich von Fort Myers hinweg. Auf dem Flugplatz der 15.000-Einwohner-Stadt wurden Kleinflugzeuge durch die Luft gewirbelt, das örtliche Krankenhaus musste seine Patienten verlegen. "Es sieht aus wie in einer Kriegszone", sagte Buddy Martin von der Zeitung "Charlotte Sun". "Überall liegen Stromleitungen, Straßenschilder, abgerissene Teile von Dächern, riesige Bäume wurden entwurzelt. Wo man hinsieht, Zerstörung."
Im Landkreis Charlotte wurden nach Angaben der Behörden 31 Caravan-Parks dem Erdboden gleich gemacht. Auf einem dieser Plätze hielten am Samstag Sicherheitskräfte Wache bei mehreren Leichen, da das Gebiet für Krankenwagen unzugänglich war, teilte der regionale Direktor des Katastrophenmanagements, Wayne Sallade, mit. Die genaue Zahl der Opfer werde sich wohl erst in einigen Tagen beziffern lassen. Der Katastrophenmanager verglich die Lage mit der nach dem Hurrikan "Andrew" 1992, bei dem 26 Menschen ums Leben kamen. Sallade beklagte, dass die Meteorologen die Stärke von "Charley" bis unmittelbar vor dessen Ankunft unterschätzt hätten.
Präsident Bush erklärte Charlotte und drei weitere Kreise zum Katastrophengebiet und qualifizierte sie damit für Bundeshilfen. Sein Bruder Jeb, der Gouverneur von Florida, rechnete mit Sturmschäden in Höhe von mehr als 15 Milliarden Dollar (12,28 Mrd. Euro): "Unsere schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden." Die US-Regierung entsandte 25 Gerichtsmediziner ins Katastrophengebiet, um bei der Identifizierung von Leichen zu helfen.
In Florida waren vor der Ankunft des Sturms 1,4 Millionen Menschen evakuiert worden, in South Carolina verließen rund 180.000 Menschen die Küstenregionen. (apa)
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