Präsident gewinnt Volksentscheid in Venezuela: Linksnationalist Chavez feiert!
- Wahlbeobachter Jimmy Carter bestätigt Chavez' Sieg
- Opposition ruft zu Massenkundgebung auf
In Venezuela hat der umstrittene Präsident Hugo Chavez den Machtkampf mit der Opposition für sich entschieden und das gegen ihn gerichtete Referendum gewonnen. Nach Angaben der Wahlkommission vom Montag stimmten 58,25 Prozent der Wähler für seinen Verbleib im Amt; 41,74 Prozent stimmten für eine Absetzung.
Der bis zum Jahr 2006 gewählte Linksnationalist Chavez sprach von einem "großen Sieg". Die bürgerliche Opposition, die das Referendum per Unterschriftensammlung erzwungen hatte, warf der Regierung Wahlbetrug vor.
Wegen der hohen Beteiligung wurde die Schließung der Wahllokale mehrfach verschoben. Laut Wahlkommission blieb nur gut ein Viertel der rund 14 Millionen Stimmberechtigten den Urnen am Sonntag fern.
Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat den Sieg von Venezuelas Präsident Hugo Chavez bei dem von der Opposition durchgesetzten Volksentscheid bestätigt. Die von ihm geführten Wahlbeobachter hätten die gleichen Informationen wie die amtliche Wahlkommission, sagte Carter in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Sie stimmten demnach mit den Teilergebnissen der Stimmauszählung vom Morgen überein. "Mehr als zehn Millionen Menschen haben gewählt, und es gibt ein klares Übergewicht zu Gunsten der Regierung von Präsident Chavez", sagte Carter vor Journalisten.
Vor dem Präsidentenpalast in Caracas feierten in der Nacht zum Montag begleitet von einem Feuerwerk die Anhänger des Präsidenten. In einer ersten Ansprache sagte Chavez, er werde die Versorgung der Weltmärkte mit Öl aus dem südamerikanischen OPEC-Staat garantieren. Die Ölmärkte reagierten zunächst mit sinkenden Preisen auf den Verbleib von Chavez im Amt.
"Wir lehnen die Ergebnisse kategorisch ab", sagte ein Sprecher der Opposition. Auf das "Ja" für einen Rücktritt von Chavez seien in Wahrheit 59 Prozent der Stimmen entfallen, dagegen hätten nur 40,6 Prozent für einen Verbleib des Präsidenten im Amt votiert. Die bürgerliche Opposition wirft dem Präsidenten unter anderem Korruption sowie Missbrauch der Ölindustrie des Landes vor.
Die internationalen Beobachter zeigten sich insgesamt zufrieden mit dem Verlauf des Referendums. Es habe keine Unregelmäßigkeiten gegeben, sagte der frühere US-Präsident Jimmy Carter, der eine Gruppe von Beobachtern anführte. (apa)
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