Überraschung in der Türkei: Öcalans Bruder soll neue Partei gegründet haben
- Will mehr Rechte für kurdische Minderheit erreichen
Der Bruder des kurdischen Rebellenführers Abdullah Öcalan hat nach türkischen Medienberichten vom Samstag eine neue Partei gegründet. Die Patriotisch-Demokratische Partei von Osman Öcalan will sich nach eigenen Angaben auf politischem Weg für mehr Rechte für die kurdische Minderheit einsetzen.
Über die Parteigründung berichteten mehrere türkische Zeitungen wie etwa "Cumhuriyet". Auch auf einer Internetseite, die häufig Erklärungen kurdischer Rebellen veröffentlicht, wurde sie bekannt gegeben.
Türkischen Regierungsbeamten zufolge gibt es innerhalb der Kurdenbewegung einen Bruch zwischen jenen, die einen politischen Kampf für eine Autonomie der zwölf Millionen Kurden in der Türkei befürworten und jenen, die den bewaffneten Kampf wieder aufnehmen wollen. Abdullah Öcalans verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die sich inzwischen in KONGRA-GEL umbenannt hat, bekämpfte 15 Jahre lang die türkische Armee. Der Kampf kostete 37.000 Menschen das Leben. Nach der Festnahme Öcalans 1999 erklärten die Rebellen einen einseitigen Waffenstillstand, den sie am 1. Juni widerriefen. Seither kam es verstärkt zu Angriffen. Die türkischen Behörden machen militante Kurden auch für Bombenanschläge in Istanbul am Dienstag verantwortlich, bei denen zwei Menschen getötet und elf weitere verletzt wurden.
Dem Vernehmen nach hat sich Osman Öcalan, der im Nordirak vermutet wird, für eine Verlängerung der Waffenruhe eingesetzt. Ziel der neuen Gruppierung sei nicht die Auflösung von KONGRA-GEL, sondern die Überwindung der ausweglosen Lage, in die die kurdische Freiheitsbewegung geraten sei, hieß es in der Erklärung im Internet. 40 Rebellen hätten die neue Gruppierung gegründet. (apa)
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