Papst beendet 104. Auslandsreise nach Lourdes: Messe unter freiem Himmel
- Gegen Abtreibung und Sterbehilfe: "Niemand ist Herr über das Leben"
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Johannes Paul II. war von
1978 bis 2005 im Amt
Papst Johannes Paul II. hat zum Abschluss seines Besuchs im französischen Lourdes zum unbedingten Schutz des Lebens aufgerufen. Mit Blick auf Abtreibung und Sterbehilfe rief er mehreren Hunderttausenden Gläubigen bei einer Messe zu: "Das Leben ist ein heiliges Geschenk, niemand darf sich zu seinem Herrn machen."
Der selbst schwer kranke Kirchenführer machte zum Abschluss seines zweitägigen Besuches einen erschöpften Eindruck. Im Unterschied zum Vortag, als er bei einem Gebet in der Grotte von Lourdes zusammenzubrechen drohte, konnte er aber seine Rede selbst halten.
Die 104. Auslandsreise des Papstes, die er im Rollstuhl absolvierte, stand ganz im Zeichen der Hinwendung zu den Kranken und Behinderten. So übernachtete das Oberhaupt der Katholiken demonstrativ in einem Pflegeheim für Behinderte.
Zugleich rückte die angeschlagene Gesundheit des 84-jährigen Parkinson-Patienten in den Vordergrund: Zeitweise schien der Papst am Ende seiner Kräfte. Als er am Samstag zum Gebet in der Grotte von Lourdes niederkniete, drohte er zu straucheln. Helfer mussten ihn stützten. Seine Rede an die Kranken konnte er daraufhin nicht selbst halten, ein Kurienkardinal musste sie verlesen.
"Ich teile mit euch eine Zeit des Lebens, die von physischer Krankheit gekennzeichnet ist. (...) Liebe Brüder und Schwestern, ich möchte euch alle in die Arme schließen, einen nach dem anderen", hieß es in der verlesenen Botschaft an die Kranken. Wie viele Pilger, die auf Heilung hoffen, trank auch der Papst Wasser aus der Lourdes-Quelle. Bei der Grotte von Lourdes hatte das junge Mädchen Bernadette Soubirous im Jahr 1858 mehrere Marienerscheinungen erlebt. Sie begründete damit den weltweiten Ruhm des Wallfahrtsortes in den Westpyrenäen.
Aus Angst vor Attentaten war die Reise von schärfsten Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Mehr als 2700 Polizisten waren im Einsatz. Lourdes zählt neben Rom, Fatima in Portugal und Santiago de Compostela in Spanien zu den berühmtesten christlichen Pilgerstätten Europas. Rund sechs Millionen Menschen kommen jedes Jahr in den Marienwallfahrtsort.
Trotz seiner Hinfälligkeit nahm das Oberhaupt der Katholiken am Samstagabend an einem Rosenkranzgebet und, im Auto sitzend, an einer Prozession teil. "Lourdes ist der Ort, an dem die Christen aus Europa und der ganzen Welt auf die Knie sinken und beten", sagte Johannes Paul. Später beobachtete er eine feierliche Lichterprozession und forderte die Gläubigen in aller Welt zur Versöhnung auf. "Mögen alle Waffen niedergelegt und aller Hass und alle Gewalt beendet werden."(apa/red)
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