Hurrikan "Charley" zog Spur der Verwüstung: Mindestens 16 Tote in Florida
- Zahl der Opfer könnte noch "bedeutend" steigen
·BILDER: "Jeanne" sorgt für Schrecken
Hunderte Tote und Über- flutungen in Karibik & USA
Der Hurrikan "Charley" hat in Florida mindestens 16 Menschen das Leben gekostet und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Tausende Häuser an der Westküste des US-Staats wurden zerstört, tausende Menschen wurden obdachlos, Hunderte wurden am Samstag noch vermisst. Rund zwei Millionen Haushalte waren ohne Strom. US-Präsident George W. Bush kündigte für Sonntag einen Besuch im Katastrophengebiet an.
Das Auge des Hurrikans zog in der Nacht zum Samstag mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 230 Stundenkilometern über die 15.000-Einwohner-Stadt Punta Gorda nördlich von Fort Myers hinweg. Dort wurden zahlreiche Caravanparks dem Erdboden gleich gemacht. Auf einem dieser Plätze hielten Sicherheitskräfte Wache bei mehreren Leichen, da das Gebiet für Krankenwagen unzugänglich war, wie der regionale Direktor des Katastrophenmanagements, Wayne Sallade, mitteilte.
Auf dem Flugplatz von Punta Gorda wurden Kleinflugzeuge durch die Luft gewirbelt, das örtliche Krankenhaus musste seine Patienten verlegen. "Es sieht aus wie in einer Kriegszone", sagte Buddy Martin von der Zeitung "Charlotte Sun". "Überall liegen Stromleitungen, Straßenschilder, abgerissene Teile von Dächern, riesige Bäume wurden entwurzelt. Wo man hinsieht, Zerstörung."
Im Landkreis Charlotte, in dem Punta Gorda liegt, wurden bis Samstagnachmittag zehn Todesopfer bestätigt. Fünf weitere Todesfälle infolge des Hurrikans waren schon zuvor registriert worden. Diese Opfer wurden von umstürzenden Bäumen oder umherfliegenden Häuserteilen erschlagen, oder sie starben bei unwetterbedingten Verkehrsunfällen. Bereits auf seinem Weg durch die Karibik hatte "Charley" mindestens vier Menschen das Leben gekostet, drei in Kuba und einen in Jamaika.
Die genaue Zahl der Opfer werde sich wohl erst in einigen Tagen beziffern lassen, erklärte Sallade. Der Katastrophenmanager verglich die Lage mit der nach dem Hurrikan "Andrew" 1992, bei dem 26 Menschen ums Leben kamen. Sallade beklagte, dass die Meteorologen die Stärke von "Charley" bis unmittelbar vor dessen Ankunft unterschätzt hätten.
Präsident Bush erklärte Charlotte und drei weitere Kreise zum Katastrophengebiet und qualifizierte sie damit für Bundeshilfen. Sein Bruder Jeb, der Gouverneur von Florida, rechnete mit Sturmschäden in Höhe von mehr als 15 Milliarden Dollar. Die US-Regierung entsandte zudem 25 Gerichtsmediziner ins Katastrophengebiet, um bei der Identifizierung von Leichen zu helfen.
"Charley" war am Freitag an der Westküste Floridas bei Charlotte Harbor auf Land gestoßen und dann quer über den US-Staat hinweggezogen. Am Samstag zog der Hurrikan in abgeschwächter Form weiter nach South Carolina, wo rund 180.000 Einwohner und Touristen auf Anweisung der Behörden die Küstenregionen verließen. In North Carolina verhängte Gouverneur Mike Easley vorsorglich den Notstand. In Florida waren vor der Ankunft des Sturms 1,4 Millionen Menschen evakuiert worden. (apa/red)
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