Dienstag, 10. August 2004

Eine Chronologie der zahlreichen Bombenanschläge in der Türkei seit 2003

  • Blutige Serie seit 2003 setzt sich weiter fort

Beim jüngsten Anschlag in der Türkei sind in Istanbul zwei Menschen getötet und elf weitere verletzt worden. Seit November des Vorjahres ist die Türkei immer wieder von Anschlägen erschüttert worden. Eine Chronologie der Ereignisse:

2003:

15. bis 20. November: Innerhalb von fünf Tagen zünden vier Selbstmord-Attentäter ihre Autobomben in Istanbul. Bei den Anschlägen auf zwei Synagogen, das britische Generalkonsulat und eine Filiale der britischen Bank HSBC werden 63 Menschen getötet, unter ihnen der britische Generalkonsul Roger Short. Mehrere hundert Menschen werden verletzt. Zu den Anschlägen bekennen sich das Terrornetzwerk El Kaida und die türkische Islamistengruppe IBDA-C - "Front der Soldaten des islamischen Großen Ostens".

2004:

9. März: Zwei Menschen, unter ihnen der Attentäter, werden bei einem Selbstmord-Anschlag auf den Sitz einer Freimaurerloge in Istanbul getötet.

17. Mai: Nur wenige Stunden vor der Ankunft des britischen Premierministers Tony Blair in der Türkei detonieren drei Bomben in Istanbul und Ankara. Bei den Explosionen vor Filialen der britischen Bank HSBC entstehen nur Sachschäden.

24. Juni: In einem voll besetzten Bus im europäischen Teil Istanbuls explodiert eine Bombe offenbar vorzeitig. Vier Menschen werden getötet, unter ihnen eine Frau, die die Bombe mit sich trug. Mindestens 13 weitere Menschen werden verletzt. Am gleichen Tag detoniert vor einem Hotel in Ankara eine Bombe und verletzt zwei Polizisten und einen Passanten. In dem Hotel sollte einige Tage später US-Präsident Bush vor seiner Weiterreise zum NATO-Gipfel in Istanbul übernachten. Die Taten werden türkischen Linksextremisten zugeschrieben.

2. Juli: Drei Menschen werden bei einem Autobombenanschlag auf den Gouverneur der osttürkischen Provinz Van getötet, 25 weitere verletzt. Der Gouverneur selbst entgeht dem Anschlag unverletzt.

10. August: Bei Bombenanschlägen auf zwei Touristenhotels in Istanbul werden zwei Menschen getötet und mindestens elf weitere verletzt. Wenig später detonieren zwei Bomben an einem Flüssiggasdepot, ohne dass Menschen verletzt werden.
(apa/red)


10.8.2004 15:48