Dienstag, 10. August 2004

Terror in Istanbul: Innenminister glaubt an PKK, El Kaida nahe Gruppe bekennt sich

  • Ein Türke und ein Iraner bei Attacke getötet
  • Innenminister: Image Istanbuls soll beschädigt werden

Die Bombenanschläge auf zwei Hotels und eine Flüssiggas-Anlage in Istanbul sind nach Ansicht des türkischen Innenministers Abdülkadir Aksu möglicherweise das Werk von Mitgliedern der verbotenen Kurdenorganisation PKK/KONGRA-GEL. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die jüngste Verhaftung von vier mutmaßlichen PKK-Mitgliedern in Istanbul, die an mehreren Angriffen auf Ordnungskräfte sowie den Konvoi eines Provinzgouverneurs im Südosten der Türkei beteiligt gewesen sein sollen. Am Nachmittag bekannte sich dann eine Gruppe mit angeblichen Verbidungen zu dem Anschlag.

Um sicher von einer Verbindung zwischen den Anschlägen und der PKK ausgehen zu können, müsse jedoch die Untersuchung über die Art der verwendeten Bomben abgewartet werden, sagte Aksu am Dienstag vor Journalisten in Istanbul.

Image Istanbuls sollte "beschädigt" werden
Der Innenminister verurteilte die Anschläge, bei dem seinen Angaben zufolge zwei Menschen getötet und elf weitere verletzt wurden. Ein Türke und ein Iraner sind vermutlich die Todesopfer. Die Anschläge in touristischen Vierteln der Stadt zielten darauf ab, das "Image" Istanbuls zu beschädigen, sagte der Minister. Die türkischen Sicherheitskräfte seien jedoch in der Lage, mit dem Terrorismus fertig zu werden.

PKK-Nachfolge-Organisation im Spiel?
Ende Mai hatte KONGRA-GEL, die Nachfolgeorganisation der PKK, nach fünf Jahren ihren Waffenstillstand aufgekündigt und mit Angriffen auf die Staatsmacht gedroht. Zwischen 1984 und 1999 waren bei den brutalen Zusammenstößen zwischen kurdischen Separatisten und der türkischen Armee fast 37.000 Menschen in Südostanatolien ums Leben gekommen.

Mehr Opfer als vermutet?
Unterdessen hieß es, dass nach den Bomben-Anschlägen noch zwei ausländische Urlauber im Krankenhaus behandelt werden. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag berichtete, handelt es sich um einen Niederländer und einen weiteren Mann, dessen Nationalität nicht angegeben wurde.

Gas-Lecks abgedichtet
Ein Sprecher der Firma Tayfun Demiroren sagte der Nachrichtenagentur Anatolien, zum Zeitpunkt der Explosionen hätten vier Leute in dem Komplex gearbeitet. Es habe keine Verletzten gegeben. Die Eindringlinge hätten den Zaun um die Gas-Anlage zerschnitten. "Diese Leute legten zwei Bomben ins Lager, die in einem Abstand von 30 Minuten explodierten. Es gab ein Gas-Leck, aber wir haben es abgedichtet und im Moment besteht keine Gefahr." (apa)



10.8.2004 12:31