Dienstag, 10. August 2004

Bombenanschläge in Touristenviertel: 2 Tote, zahlreiche Verletzte in Billig-Hotels!

  • Vier Explosionen, zuvor gab es telefonische Warnung!
  • Zwei weitere Sprengsätze in Gas-Abfüllanlage

Die türkische Metropole Istanbul ist in der Nacht auf Dienstag von vier Explosionen erschüttert worden. Bei fast zeitgleichen Anschlägen auf zwei Hotels kamen zwei Menschen uns Leben, mindestens sieben Personen wurden verletzt. Die Polizei sprach von einem Terroranschlag. Kurze Zeit später gingen in einer Fabrik für Flüssiggas am Stadtrand zwei Bomben hoch, dabei entstand Sachschaden.

"Alles lässt im Augenblick vermuten, dass es sich um einen terroristischen Angriff handelt", sagte der Chef der Istanbuler Polizei, Celalettin Cerrah, nach den Explosionen in den Hotels, die sich gegen 2.00 Uhr früh (Ortszeit) ereigneten. Insgesamt hielten sich zum Zeitpunkt der Detonationen 57 Gäste in den beiden Billighotels in den Touristenvierteln Sultanahmet und Laleli auf. Laut CNN-Türk handelte es sich bei den Verletzten um zwei Niederländer, zwei Chinesen, eine Ukrainerin, einen Turkmenen und einen Türken.

Telefonische Warnung
Die Hotels würden zumeist von Touristen aus den Staaten der früheren Sowjetunion benutzt, hieß es. In einem Hotel, dem Hotel Pars, ging zehn Minuten vor der Explosion eine telefonische Warnung ein, wie Mitarbeiter erklärten. Es liegt in der Nähe des Topkapi-Palastes. Die Polizei riegelte das Gebiet um das Hotel ab, das mit Glassplittern und Trümmern übersät war. Die Explosion hatte die Außenmauer des Gebäudes sowie die beiden oberen Stockwerke völlig zerstört.

Billighotels betroffen
Die zweite Herberge, das Hotel Holiday, liegt im Bezirk Laleli, in dem es viele Läden mit Billigbekleidung gibt. Jedes Jahr besuchen rund eine Million Touristen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion die Türkei. Viele kaufen hier billige türkische Textilen, die sie dann in ihrer Heimat verkaufen.

Noch zwei Sprengsätze in Gaswerk
In der Gasabfüllanlage im Außenbezirk Esenyurt explodierten im Abstand von 30 Minuten zwei Bomben. Unbekannte hätten den Außenzaun durchschnitten und die beiden Sprengsätze unter zwei Lagertanks deponiert. Der nach der Explosion ausgebrochene Brand sei gelöscht und es gebe auch keinen Gasgeruch mehr, hieß es von den Behörden. Auch hier gab es vor der Explosion eine telefonische Warnung. (apa)



10.8.2004 07:14