Montagsdemos in Deutschland: Tausende gegen Hartz IV auf der Strasse
- Sachsen-Anhalt Zentrum der Proteste
- Regierung bleibt hart: Keine Korrekturen an Gesetz
Die Protestwelle gegen Hartz IV in Deutschland ebbt nicht ab: Trotz der angekündigten Änderungen sind am Montag bundesweit wieder zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um ihre Ablehnung der Arbeitsmarktreformen zu betonen. Zentrum der Demonstrationen waren Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin. Reformgegner hatten in rund 90 Städten zu Protesten aufgerufen.
In zahlreichen ostdeutschen Städten und in Berlin gingen am Abend insgesamt rund 85.000 Menschen auf die Straße, um ihrer Ablehnung der Arbeitsmarktreform Nachdruck zu verleihen.
In Westdeutschland fanden die Protestaufrufe dagegen deutlich weniger Gehör. Dort demonstrierten nach Polizeiangaben unter anderem in Hamburg, Kassel, Saarbrücken und 13 nordrhein-westfälischen Städten insgesamt etwa 6000 Menschen.
In Berlin nahmen am Demonstrationszug vom Alexanderplatz zur SPD- Zentrale im Willy-Brandt-Haus in Berlin-Kreuzberg nach Polizeiangaben gut 15.000 Menschen teil. Zum Protest hatten Gewerkschaften, Initiativen gegen Sozialkürzungen und die PDS aufgerufen. Bei der Kundgebung auf dem Alexanderplatz riefen Teilnehmer zur Abschaffung der Hartz-IV-Gesetze auf. Auf Transpartenten hieß es unter anderem "Weg mit Hartz IV - Das Volk sind wir" oder "Die Lösung heißt Teilen".
Zum Auftakt der Leipziger Proteste mit laut Polizei rund 20.000 Teilnehmern gab es in der Nikolaikirche, dem historischen Ausgangspunkt der DDR-Montagsdemonstrationen von 1989, ein Gebet und eine Mahnwache. In Magdeburg, wo die aktuelle Protestwelle vor drei Wochen begann, strömten rund 13 000 Menschen auf den Domplatz.
Mehrere tausend Hartz-IV-Gegner gingen auch in Halle (5500), Chemnitz (5000), Rostock (5000), Dessau (4500) und Gera (3000) auf die Straße. In Dresden versammelten sich mindestens 2000 Menschen vor der Kreuzkirche zum Protest. Weitere Ost-Demonstrationen gab es in Eisenach, Plauen, Merseburg, Suhl, Schwerin, Altenburg, Jena, Gotha, Weimar und Greiz.
Im Vergleich zu Ostdeutschland gingen im Westen kaum Menschen auf die Straße. Bei der ersten Montagsdemonstration gegen die Arbeitsmarkt-Reformen in Saarbrücken waren es nach Angaben der Initiatoren rund 1000. Die Polizei sprach dagegen von rund 600 Teilnehmern. In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf protestierten 500 Menschen, am Kölner Dom waren es nach Polizeiangaben 450. In Bochum versammelten sich unter dem Motto "Gegen Sozialraub - Weg mit Hartz IV" nach Angaben der Veranstalter mehr als 700 Demonstranten. Hamburg und Kassel meldeten jeweils rund 300 Demonstranten.
(apa/red)
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