Keine Stabilisierung im Irak: Haftbefehle gegen Ahmed und Salem Chalabi!
- Onkel und Neffen werden Geldfälschung und Mord vorgeworfen. Vorwürfe werden als "abwegig" bezeichnet
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Die irakische Justiz hat Haftbefehle gegen den irakischen Politiker Ahmed Chalabi und seinen Neffen Salem Chalabi erlassen. Ahmed Chalabi wird der Geldfälschung, Salem Chalabi des Mordes verdächtigt. Dies meldete der arabische Nachrichtensender Al Arabiya am späten Sonntagabend.
Ahmed Chalabi war Mitglied des am 1. Juni aufgelösten provisorischen Regierungsrates, Salem Chalabi ist Verwaltungsdirektor des Sondertribunals für Regimeverbrechen, vor dem sich der gestürzte Diktator Saddam Hussein und seine Mitstreiter verantworten müssen.
Ahmed Chalabi bezeichnete in einem Interview des US-Nachrichtensenders CNN die Vorwürfe als "abwegig" und auf "Lügen" beruhend. Chalabi, der sich im Iran aufhält, sagte, er werde nach Bagdad zurückkehren, um die Anschuldigungen aus der Welt zu schaffen. Auch Salem Chalabi wies die Beschuldigungen als haltlos zurück. Salem Chalabi, der zur Zeit in England lebt, sagte, er habe die Person nie getroffen, die getötet worden sei. Die Vorwürfe seien persönlich und politisch motiviert, sagten die beiden dem US- Nachrichtensender weiter.
Ahmed Chalabi, ein aus dem Exil zurückgekehrter Saddam-Gegner, hatte bis vor wenige Monate die Gunst der Hardliner im Pentagon um Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz genossen. Bei den Bemühungen um die Bildung einer glaubwürdigeren Übergangsregierung, die am 28. Juni die Macht von der US-Besatzung übernahm, war er fallen gelassen worden. Er wurde beschuldigt US-Geheimnisse an Iran verraten zu haben. Dies hatte Ahmed Chalabi bestritten. Formal hat er als ehemaliges Regierungsratsmitglied einen sicheren Sitz im künftigen 100-köpfigen Nationalrat, der von der für nächstes Wochenende angesetzten Nationalkonferenz zu wählen ist. (apa)
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