Gasexplosion in Wien-Meidling: Mann unter Trümmern verschüttet - Lebensgefahr
- Bestürzung und Schock bei Bewohnern und Anrainern
- Höchste Einsturzgefahr bei vierstöckigen Haus
Schwere Gasexplosion in einem Wohnhaus in Wien-Meidling: Gegen 10.50 Uhr krachte es gewaltig in einem Altbau in der Pohlgasse 33. Es gab insgesamt acht Verletzte, eine der Personen wurde mit lebensgefährlichen Verbrennungen ins Wiener AKH gebracht. Das vierstöckige Haus, das offenbar wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet war, gleicht einem Ort der Verwüstung.
Der schwer verletzte 66-Jährige wurde Sonntagnachmittag am Wiener AKH operiert, erklärte man bei der Wiener Rathauskorrespondenz. Der Mann hatte Verbrennungen an rund 60 Prozent der Körperoberfläche erlitten. Die Erhebungen zur Unfallursache - von Gaswerken und Kriminaltechnikern - waren im Laufen. Mit einem Ergebnis könne man erst in den kommenden Tagen rechnen, hieß es.
Unglücksursache ist unklar
Zu der Explosion war es in dem vierstöckigen Altbau in einer Wohnung im ersten Stock gegen 10.50 Uhr gekommen. Laut Rathauskorrespondenz hat der Unfall einen Gesamtschaden rund eine Million Euro hervorgerufen. Über die genaue Ursache war am Nachmittag noch nichts bekannt. Unklar blieb vorerst, ob eine Gasflasche oder ausströmendes Gas die Explosion ausgelöst hatte. Wie der Sprecher des Büros für Sofortmaßnahmen, Horst Lassnig, der APA sagte, wurden keine tragenden Teile beschädigt. Die Zuleitungen für Gas, Strom und Wasser wurden abgesperrt.
Bild der Verwüstung
An Ort und Stelle bot sich ein Bild der Verwüstung: Das Haus wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. An der Außenseite des Altbaus waren große Risse im Bereich der Unglückswohnung zu sehen. Weiters war ein Teil der Zwischendecke einer darunter liegenden Wohnung herabgestürzt, wie Ernst Ambrozy von der Wiener Feuerwehr schilderte. Auch eine Zwischenwand, welche die Wohnungen 15 (Explosionsherd) und 16 im ersten Stock trennte, war eingestürzt. In den verwüsteten Wohnungen lag der Schutt bis zum Fensterbrett.
Menschen verschüttet
Jener Mann, in dessen Wohnung sich die Detonation ereignet hatte, war von den Trümmern verschüttet worden. Laut Rathauskorrespondenz hatten sich dort noch zwei weitere Personen aufgehalten. Die 25-Jährige Frau und der 58-Jährige. Das Unfallopfer, das laut Polizei schwere Verbrennungen erlitten hat, wurde mit einer Trage über das Stiegenhaus evakuiert.
Ein schlimmeres Szenario war den Einsatzkräften glücklicherweise erspart geblieben. In ersten Alarmmeldungen war nämlich auch die Rede von einem Brand gewesen. Eine brennende Gasleitung wurde zum Glück allerdings nicht vorgefunden.
An den Ort des Geschehens war auch Gesundheitsstadträtin Renate Brauner (S) geeilt: "Es ist erschütternd", sagte sie in einer ersten Reaktion. "Da sieht man was das für Gewalten sind, die man als Laie gar nicht abschätzen kann."
Bestürzung und Schock bei Bewohnern
Bestürzung und Schock war auch in die Gesichter der Menschen vor dem Haus geschrieben, von denen viele selbst in dem Gebäude leben. "Ich habe einen Knall gehört und dann war draußen im Stiegenhaus schon alles grau vor Staub", schilderte eine ältere Hausbewohnerin aus dem dritten Stock die bangen Minuten. "Ich bin nur raus", erzählte eine weitere Bewohnerin die im Erdgeschoss zu Hause ist. Beide saßen in einem Fahrzeug der Wiener Rettung und warteten bis die Rückkehr in ihre Wohnungen wieder möglich werden sollte. Auch sonst sah man lauter betroffene Gesichter: "Die Druckwelle habe ich bis zu meiner Wohnung gespürt", sagte ein Mann der fünf Häuser weiter wohnt, "ich hab geglaubt die Decke stürzt ein". "Schrecklich", lautete der Kommentar vieler Schaulustiger.
(apa/red)
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