Paradeiser, Karfiol und Erdäpfel: Autoren wollen "Österreichisch als eigene Sprache"
- Streeruwitz, Schindel, Henisch: Kein Geld für die "deutsche Rechtschreibreform"
·Österreicher gegen
Rechtschreib-Reform
NEWS: 62% für Rückkehr zur alten Schreibweise
·Neuer Streit um Rechtschreibung
Österreichische Medien bleiben bei Reform
Die Diskussion um die Rechtschreibreform haben einige österreichische Autoren zum Anlass genommen, eine Initiative für "Österreichisch als eigene Sprache" zu starten. In dem von Marlene Streeruwitz, Robert Schindel, Peter Henisch, Roland Neuwirth, Christian Ide Hintze und dem Germanisten Rudolf Muhr unterzeichneten Aufruf wird die Regierung gefordert, die Liste der von der EU anerkannten Wörter wie etwa "Eierschwammerl", "Erdäpfel", "Fisolen" "Karfiol" oder "Paradeiser" zu erweitern und "keine weiteren finanziellen Mittel für die 'deutsche Rechtschreibreform' zur Verfügung zu stellen".
Weder sollten finanzielle Mittel für eine Rücknahme noch für eine Volksabstimmung über alte oder neue Rechtschreibung zur Verfügung gestellt werden, so die Unterzeichner. Weiters solle man sich "auch in Zukunft an keiner 'deutschen Rechtschreibreform' mehr beteiligen und die eingesparten Mittel für die Förderung eines österreichischen und europäischen Sprachbewußtseins verwenden", heißt es in der in alter Rechtschreibung verfassten Aussendung.
Durchgeführt werden soll nach Ansicht der Künstler und Wissenschafter eine Untersuchung, ob die Bewohner Österreichs ihre sprachlichen Eigenarten nicht nur sprechen, sondern auch schreiben wollen. Bei einem positiven Ergebnis müsse ein aus Schriftstellern und Sprachwissenschaftern zusammengesetztes Gremium mit der Entwicklung einer österreichischen Schriftsprache beauftragt werden, bei der darauf geachtet werden müsse, aus den Fehlern der deutschen Rechtschreibreform zu lernen.
In die Verfassung wiederum sollte dann die Formulierung "Die Staatssprache ist Deutsch" durch "Die Staatssprache ist Österreichisch in einem europäischen Kontext" , "Die Staatssprache ist Österreichisches Deutsch ...." oder "Die Staatssprachen sind Deutsch und Österreichisch ..." ersetzt werden. Darüber hinaus müsse die Regierung "alles dafür tun, die Sprache der Bewohner und Bewohnerinnen dieses Landes als eigenständige EU-Sprache durchzusetzen".
Der Wiener FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache wiederum appellierte, die Rechtschreibreform nicht gegen Bürgerinteressen durchzudrücken. Mit ihrer Ankündigung der Rückkehr zur alten Rechtschreibung hätten die deutschen Verlage "offenbar die Stimmung der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung auch in Österreich auf den Punkt gebracht", so Strache in einer Aussendung. Wer die Interessen der Menschen ernst nehme, dürfe sich "einer derart breiten Ablehnungsfront nicht verschließen und hat Konsequenzen zu ziehen". (apa/red)
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