Küng lässt Priesterseminar schließen: Es gab "aktive homophile Beziehungen"
- Wie geht es mit Bischof Krenn weiter? Küng schweigt
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Die seit mehr als drei Wochen laufende Apostolische Visitation der Diözese St. Pölten hat ein erstes Ergebnis gebracht: Das Priesterseminar werde "mit sofortiger Wirkung geschlossen", teilte Visitator Klaus Küng mit. Auf Grund der Vorfälle im Verlauf des vergangenen Studienjahres sei "ein völliger Neuanfang notwendig". Zur Zukunft des St. Pöltner Bischofs Kurt Krenn wollte sich Küng auch am Donnerstagabend in der "Zib 2" nichts entlocken lassen.
"Ich möchte nicht vorgreifen", betonte Küng. Seine Aufgabe sei es, "den Bestand zu sichten und mir ein Bild zu machen".
Er habe in den vergangenen Wochen viele Gespräche geführt, sowohl mit Priestern als auch mit Laien, "und ich bin sehr beeindruckt über die Diözese St. Pölten". "Da gibt es auch viele positive Kräfte und ich glaube, da sind auch ganz große Chancen vorhanden."
Ob Krenn zu diesen positiven Kräften zähle? Er wolle den Entscheidungen des Heiligen Stuhls nicht vorgreifen. Aber, und das gelte auch für Krenn, man müsse beim anderen auch stets betrachten, was diesem ein Anliegen sei, wo dessen Sorgen lägen. "Ich sehe mit erschrecken, dass die Feindbilder vorherrschen." Doch man müsse auch hinhören, was wolle der andere sagen. Auch Bischof Krenn habe Sorgen und auch Krenn habe einiges gesagt, was nicht allen gefalle, aber richtig sei, so Küng.
"Aktive homophile Beziehungen"
"Sehr schmerzhaft" sei es für ihn festzustellen gewesen, dass sich im St. Pöltner Priesterseminar "aktive homophile Beziehungen gebildet" hätten, sagte Küng in einer Erklärung. Es habe sich um einige gehandelt. Er bedauere auch, dass es "schwerwiegende Fehlentwicklungen gegeben" habe. Das sei spätestens durch die pornografischen Bilder deutlich geworden, die "von einigen Seminaristen geradezu suchtartig aus dem Internet geladen wurden", so Küng weiter.
Küng stellte fest, dass im St. Pöltner Priesterseminar in den vergangenen Jahren zu wenig auf die erforderlichen Auswahlkriterien geachtet worden sei. Bei allem Verständnis für die Probleme der betroffenen Personen habe Diözesanbischof Kurt Krenn im Einverständnis mit dem Heiligen Stuhl den "herzhaften Entschluss" zur Schließung des Seminars gefasst. "Der reguläre Betrieb wird vorläufig eingestellt", sagte Küng.
Es soll ein echter Neuanfang ermöglicht werden, unterstrich der Visitator. Damit verbunden müssten sich alle bisherigen und künftigen Priesteramtskandidaten - "auch zu ihrem eigenen Schutz" - einem Aufnahmeverfahren unterziehen. Jene mit den nötigen Voraussetzungen würden weiter studieren.
(apa/red)
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