Donnerstag, 12. August 2004

Legionellen-Keime in der Dusche: 55-jähriger Krebspatient erkrankt

  • LKH Salzburg versichert, dass Hygiene in den Duschen inzwischen wieder hergestellt ist

Wieder ist ein Fall der Legionärskrankheit bekannt geworden. Auf der Krebsstation des Salzburger Landeskrankenhauses ist ein 55-jähriger Patient an den Keimen erkrankt. Als Quelle konnte die Dusche, die der Mann benutzt hatte, ermittelt werden. Durch das rasche Erkennen der Legionellen und die sofort begonnene Behandlung ist der Patient bereits beschwerdefrei. Laut Spitalleitung handelt es sich um einen Einzelfall, weil der Patient wegen seiner Krankheit ein 20fach höheres Risiko der Ansteckung hatte.

Der an einer aggressiven Form von Lymphknotenkrebs erkrankte Patient war am Dienstag der Vorwoche mit Lungenentzündung im Spital aufgenommen worden. Noch am selben Tag wurde erkannt, dass diese durch Legionellen verursacht worden war, dadurch sei er sofort mit den drei wirksamsten Medikamenten behandelt worden, schilderte der Leiter der Onkologie, Richard Greil, am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Der Mann sei schon fieberfrei und dürfte in ein bis vier Monaten geheilt sein, so lange dauere diese Krankheit, so Greil.

Innerhalb von 24 Stunden habe man eine extrem niedrige Keimzahl in jener Dusche festgestellt, die der Patient bei seinem jüngsten Krankenhausaufenthalt immer benutzt hatte, erläuterte Markus Hell, der in der Spitalleitung für die Hygiene verantwortlich ist. Bei dieser Kontamination seien eigentlich nicht einmal Präventionsmaßnahmen notwendig. Dennoch erfolge umgehend eine thermische Desinfektion des Wassersystems. Bei der jährlichen Prüfung, die erst im Juni durchgeführt worden war, waren noch sämtliche Anlagen Legionellen-frei.

Obwohl es im Spital schon jetzt eine strengere Keimprävention gebe als vom Gesetz her vorgeschrieben, werde sich die Spitalführung heute Nachmittag noch weitere Maßnahmen überlegen, so die stellvertretende ärztliche Leiterin Doris Mack. Konkret sollen in allen Bereichen mit Hochrisikopatienten (etwa Frühgeborenenstation, Onkologie oder alle Intensivstationen) die Prüfintervalle auf ein Vierteljahr verkürzt werden.
(apa/red))

12.8.2004 11:53