Mittwoch, 11. August 2004

Verkettung unglücklicher Umstände: Kugel des Selbstmörders trifft den Helfer

  • Projektil durchschlug Kopf des Lebensmüden und drang danach in den Bauch des Lkw-Lenkers ein

Eine Verkettung unglücklicher Umstände dürfte dazu geführt haben, dass der 52-jährige Lkw-Lenker aus Golling, der am Mittwoch einem 39-jährigen Lebensmüden aus Seekirchen helfen wollte, von dem Projektil des Bolzenschussapparates getroffen wurde. Der Hergang des Vorfalles dürfte sich wiefolgt abgespielt haben: Das Projektil trat rückwärts vom Kopf aus und traf den zur Hilfe eilenden Lkw-Lenker.

Das Projektil drang in die Hand und in der Folge in den Bauch ein und blieb anschließend in der Niere stecken, wie die neuesten Ermittlungen am Donnerstag ergaben. Da man beim Bolzenschussgerät einen Widerstand braucht, damit es überhaupt wirkt, ist auszuschließen, dass der Seekirchner den Lkw-Fahrer töten wollte. Das zweite gefundene Projektil dürfte herausgefallen sein, so die Kriminalisten.

Der Seekirchner war am Mittwoch gegen 14.15 Uhr mit seinem Pkw sowie einem Anhänger auf der Salzachtel Bundesstraße gegen ein Buswartehäuschen aus Beton gerast und hatte dieses komplett niedergerissen. Der 52-jährige Lkw-Fahrer, der zufällig vorbei kam und den Unfall sah, blieb sofort stehen und lief zum Auto, um Hilfe zu leisten. Als er versuchte, die Fahrertüre des Wagens zu öffnen, wurde er vom Projektil des Bolzenschussapparates getroffen.

Der 39-Jährige wurde vom Rettungshubschrauber in die Christian- Doppler-Klinik geflogen. Der Mann dürfte zwar hirntot sein, hängt aber noch an den Maschinen. Der Lkw-Lenker wurde in das St. Johanns- Spittal gebracht, wo die Ärzte um das Leben des zweifachen Familienvaters kämpfen. Über Motive und Hintergründe der Verzweiflungstat des Seekirchners gab es vorerst keine Angaben.

(apa)

11.8.2004 15:36