Ärzte fordern Ausnahme von Harmonisierung: "Arbeiten 60 Stunden im Spital"
- Ärztekammer: Bei Nachtarbeitern Lebensarbeitszeit berücksichtigen. "Die Politik soll sich was einfallen lassen"
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Die Ärztekammer fordert bei der Harmonisierung der Pensionssysteme weit reichende Ausnahmen für Spitalsärzte. Ärztekammer-Vizepräsident Bayer will bei der Pensionsbemessung auch die belastenden Arbeitsbedingungen (Nachtdienste) und die überdurchschnittlich hohen Wochenarbeitszeit in Krankenhäusern berücksichtigt wissen.
"In unseren besten Jahren arbeiten wir bis zum Umfallen. Dem muss auch Rechnung getragen werden", so Bayer. Die Umsetzung der Forderungen Bayers würde auf eine massive Erhöhung der Pensionsansprüche für Spitalsärzte hinauslaufen. Bayer argumentiert damit, dass Ärzte wegen Ausbildungsdauer und Wartezeiten im Durchschnitt erst mit 29 zu arbeiten beginnen und damit bis 65 nur auf 36 Berufsjahre kommen. Um den maximalen Pensionsanspruch von 80 Prozent ihres Lebens-Durchschnittseinkommens zu erreichen, wären aber 45 Arbeitsjahre nötig. Um diese Differenz auszugleichen, fordert Bayer die Berücksichtigung der hohen Wochenarbeitszeiten in den Krankenhäusern bei der Pensionsberechnung.
Schließlich werde in den Krankenhäusern statt 40 durchschnittlich 60 Stunden pro Woche gearbeitet, also um 50 Prozent mehr. Bayer möchte daher erreichen, dass auch der zur Pensionsbemessung herangezogene jährliche "Steigerungsbetrag" bei Spitalsärzten um die Hälfte erhöht wird (und zwar von 1,78 Prozent auf 2,67 Prozent).
Wie diese Forderung finanziert werden soll, lässt die Ärztekammer offen. Eine Erhöhung der Beiträge für Ärzte lehnt Bayer ab. Er meinte, angesprochen auf die Finanzierungsfrage, schlicht: "Da soll sich die Politik was einfallen lassen."(apa/red)
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