Mittwoch, 11. August 2004

NEWS: Auf Ferrero-Waldner wartet in Brüssel möglicherweise ein Spitzen-Job!

  • Chancen auf Posten der Kommissions-Vizepräsidentin
  • PLUS Umfrage: Ist Ferrero die Richtige für Brüssel?

Diplomatische EU-Insider schließen nicht gänzlich aus, dass es für Österreichs EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner bei der Verteilung der Dossiers durch EU-Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso in den nächsten Tagen zu einer handfesten Überraschung kommen könnte. Nachdem Österreich mit Franz Fischler zehn Jahre hindurch das bedeutende Agrar-Ressort gehabt hat, ist für Ferrero diesmal nur ein eher „leichgewichtiges” Kommissions-Dossier möglich – nämlich entweder Entwicklungshilfe, oder das neue Dossier Neue Nachbarn (damit sind die EU-Anrainer Russland, Ukraine, Weissrussland, Israel und die nordafrikanischen Staaten gemeint) oder aber auch das ebenfalls neue Dossier Lateinamerika & UNO.

Da Ferrero aber zu den sieben neuen „Schwergewichten” in der EU-Kommission zählt – Barroso hat zwei Ex-Premierminister und fünf Ex-Aussenminister für sein Team gewonnen – und der Portugiese jedenfalls eine Frau zu einem seiner beiden Vizepräsidenten machen wird, hat Ferrero dafür ganz gute Karten.

Umso mehr, als die Noch-Aussenministerin, die vom Hauptausschuss des Nationalrates offiziell als Österreichs Kommissarin nominiert wurde, in der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazin NEWS erklärte, neben ihrem normalen, ihr noch nicht zugeteilten Job in der Kommission jedenfalls auch als EU-„Kommunikatorin” wirken zu wollen. Ferrero: „Um dem Ansehen und den Sinn der Gemeinschaft nicht nur in Österreich, sondern überall in Europa zum Durchbruch zu verhelfen.” Wofür die Position einer EU-Kommissions-Vizepräsidentin mehr als hilfreich wäre, wie EU-Diplomaten gegenüber NEWS bestätigten.

Ferrero bestätigte, dass sie schon vor zwei Wochen persönlich EU-Kommissionspräsident Barroso in Lissabon aufgesucht habe. Ob es da schon zu Absprachen kam, wollte Ferrero nicht bestätigen. Nur soviel: Ferrero erklärte gegenüber NEWS, „über ein breites Erfahrungsspektrum in Aussen- und Entwicklungshilfepolitik wie kaum wer anderer zu verfügen.”

Sie selbst, so sagte sie gegenüber NEWS, wisse wirklich noch nicht, welches Dossier Barroso ihr zuteilen werde, „ich gehe aber davon aus, dass es sich im Rahmen meiner breit gefächerten Expertise bewegen wird.” Sollte Barroso Ferrero tatsächlich zu einen seiner zwei Vizepräsidenten „aufwerten”, hätte das „Vorzugsschüler-Verhalten” sowohl von Bundeskanzler Schüssel wie auch Ferrero im Zuge der Neubildung der EU-Kommission, nämlich offiziell von Barroso nichts zu verlangen und ihm seine Wunschkandidatin zu schicken, tatsächlich seinen Sinn gehabt.

Die ganze Story und das Interview mit Benita Ferrero-Waldner lesen Sie in der neuesten Ausgabe des Nachrichen-Magazins NEWS.

11.8.2004 12:03