Dienstag, 10. August 2004

"Bild des Grauens": Fünf Tote, dutzende Verletzte bei Busunfall nahe Hallein

  • Bus stürzt nach Ausweichmanöver über Böschung
  • PLUS: Dramatische Bilder des schrecklichen Unfalls!

Schrecklicher Unfall am Dürrnberg bei Hallein. Fünf Menschen sterben, als der Bus bei einem Bremsmanöver 30 Meter über eine Böschung stürzt. Von den offiziell genannten 48 Businsassen - großteils Briten - wurden nach Angaben des Roten Kreuzes rund 15 schwerst verletzt, weitere 15 bis 20 Personen "mittel bis schwer", so Huber. Der Unfall dürfte durch einen überholenden Kleinbus verursacht worden sein, dem der Buslenker ausweichen wollte.

"Es sieht aus wie im Krieg", berichtete ein Pilot. Der Bus eines Unternehmens aus St. Wolfgang (OÖ) dürfte um 16.19 Uhr einem überholenden Kleinbus ausgewichen sein. Dadurch kam das Fahrzeug von der Dürrnberger Landesstraße ab und stürzte sich mehrmals überschlagend 20 bis 30 Meter über eine steile Böschung. Dabei wurden mehrere Menschen aus dem Fahrzeug geschleudert.

Das Fahrzeug kam auf dem Dach zu liegen, wobei der Bus sehr stark eingedrückt würde, etwa bis auf die Höhe der Kopfstützen der Sitze. Vier Insassen wurden sofort getötet, ein weiterer verstarb nach der Einlieferung im UKH Salzburg, weitere 43 Menschen wurden verletzt oder erlitten einen Schock.

Es wurde sofort Großalarm ausgelöst, 16 Notärzte, rund 120 Rot-Kreuz-Helfer, 135 Feuerwehrleute und 25 Exekutiv-Beamte standen mit 35 Fahrzeugen und insgesamt sieben Hubschraubern im Einsatz. Auch Notfallpsychologen waren sofort an Ort und Stelle. Die Verletzten wurden nach Schweregrad eingeteilt und dem entsprechend behandelt. Dann wurden sie in die umliegenden Spitäler eingeliefert.

Rund eine Stunde nach dem Unfall waren alle Opfer aus dem Wrack geborgen. Eine weitere Stunde später waren alle Verletzten versorgt und in die Spitäler eingeliefert.

Mindestens sieben Unfallopfer wurden laut Huber aber mit lebensgefährlichen Verletzungen in die Spitäler gebracht, so dass möglicherweise die Zahl der Toten noch zunimmt. Über die genaue Identität der Toten gab es vorerst noch keine Informationen.

Der auf dem Dach liegende Bus war auch knapp vor 20.00 Uhr noch immer nicht gehoben. Laut Passagierliste dürfte sich eigentlich niemand mehr unter dem Wrack befinden, so Huber, aber es könne ja auch sein, dass gerade ein Spaziergänger dort gewesen sei, sagte er.

Der Bus gehört einem Reiseveranstalter aus St. Wolfgang im Bezirk Gmunden in Oberösterreich, das häufig ausländische Touristen befördert, die im Salzkammergut Urlaub machen und Ausflugsfahrten buchen. Am Dienstag war vermutlich das Salzbergwerk am Dürrnberg das Ziel. Insgesamt befanden sich laut Huber 48 Fahrgäste im Bus: der österreichische Chauffeur, 43 Gäste aus Großbritannien, zwei aus Russland und zwei aus Deutschland. Laut Gendarmerie waren auch mehrere Familien darunter.

Abgesehen von der Tragik des Ereignisses zeigte sich Huber über den Ablauf der Rettungsaktion zufrieden. Das Zusammenwirken der einzelnen Organisationen habe sehr gut funktioniert.
(apa/red)

10.8.2004 16:45