Dienstag, 10. August 2004

Nach Explosionen: Ursachenforschung in Linzer Chemiebetrieb angelaufen

  • Ergebnis aber vermutlich erst in Wochen oder Monaten

Einen Tag nach den neuerlichen Explosionen in einer Glyoxylsäureanlage der DSM Fine Chemicals Austria (DFCA) im Chemiepark Linz ist die Forschung nach den Ursachen angelaufen. Ein Ergebnis wird es aber wohl erst in Wochen oder gar Monaten geben.

Die Anlage war völlig neuentwickelt und errichtet worden nachdem sie vor ziemlich genau einem Jahr explodiert war. Damals waren 20 Personen verletzt worden. Nach nur drei Tagen Probetrieb flog sie, die nun als völlig sicher galt, in der Nacht auf Montag bei zwei aufeinander folgenden Detonationen erneut in die Luft. Diesmal wurde niemand verletzt - nicht zuletzt eine Folge der Umbauten. Es bestand auch keine Gefahr für die Umwelt. Der Schaden beträgt geschätzte sechs Mio. Euro.

Lunzer berichtete, am Dienstag sei damit begonnen worden, den Unfall systematisch aufzuarbeiten, um die Ursache herauszufinden. Dazu seien alle Daten aus dem Prozessleitsystem gesichert worden. Sie sollen analysiert werden. Außerdem sollen Interviews mit allen Personen geführt werden, die im Zusammenhang mit der Anlage stehen. Spezialisten aus den Niederlanden seien angereist, um dabei mitzuwirken. Das alles erfordere Zeit.

Auch die Aufräumungsarbeiten hätten begonnen. Schmerzlich sei der Produktionsausfall. Denn nicht nur die explodierte, sondern auch weitere baugleiche Anlagen bleiben aus Sicherheitsgründen abgestellt. Ein Teil der daraus entstehenden Kosten sei durch eine Versicherung gedeckt. Doch gebe es auch einen Reputationsschaden, weil man nicht mehr als verlässlicher Lieferant gelten könne.

DFCA wollte alle Anlagen dieses Typs vor ihrer Wiederinbetriebnahme entsprechend umbauen. Glyoxylsäure ist ein Zwischenprodukt für die Herstellung von Farben, Agrochemikalien und Pharmazeutika. (apa/red)

10.8.2004 15:17