Dienstag, 10. August 2004

Kriminalstatistik Juli: 8,9 Prozent weniger Straftaten als im Vergleichsmonat 2003

  • Anteil ausländischer Tatverdächtiger erheblich gestiegen. Aufklärungsquote 2004 um 0,43% gesunken

Im Juli 2004 wurden weniger Straftaten begangen, als im Vergleichsmonat des letzten Jahres. Insgesamt sind 57.558 Straftaten angezeigt worden, das ist ein Minus von 8,9 Prozent gegenüber Juli 2003 (63.180 Straftaten). Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger ist zuletzt erheblich gestiegen.

Von Jänner bis Ende Juli dieses Jahres sind aber mehr Straftaten bekannt geworden als im Vergleichszeitraum 2003: Heuer wurden 376.655 Delikte angezeigt, im vergangenen Jahr waren es 356.815 - ein Plus von 5,6 Prozent. Das geht aus der monatlichen Kriminalstatistik des Innenministeriums hervor, die am Dienstag veröffentlich worden ist.

Von Jänner bis Juni 2004 hatte die Steigerung sogar noch 8,7 Prozent betragen. Die mit Abstand stärkste Zunahme gab es jetzt in Niederösterreich, wo die Zahl der angezeigten Straftaten um 12,9 Prozent auf 54.632 angewachsen ist.

Gleichzeitig ist insgesamt auch die Zahl der geklärten Fälle gestiegen, allerdings geringer als die Zahl der Straftaten - nämlich von 135.916 im Zeitraum von Jänner bis Juli 2003 auf 141.865 in diesem Jahr. Das ist ein Plus von 4,4 Prozent. Die Aufklärungsquote ist damit um 0,43 Prozentpunkte auf 37,66 Prozent zurückgegangen.

Mehr ausländische Tatverdächtige
Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger ist gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erheblich gestiegen: von 34.487 (26,2 Prozent aller Tatverdächtigen) auf 39.121 (28,4 Prozent). Das Innenministerium habe bereits 2003 eine Drei-Ebenen-Strategie gegen diese Entwicklung eingeschlagen: Die Zusammenarbeit mit den betroffenen ausländischen Behörden sei verstärkt worden, an den Schengengrenzen wurden schärfere Kontrollen durchgeführt und in den Ballungsgebieten gezielte Schwerpunktaktionen organisiert. In Kooperation mit Rumänien habe so die Zahl der rumänischen Tatverdächtigen gegenüber dem Vergleichzeitraum 2003 von 2.656 um 130 auf 2.526 gesenkt werden können.

Die Entsendung von rumänischen Verbindungsbeamten nach Österreich habe die Zusammenarbeit erheblich beschleunigt und erleichtert, sagte Innenminister Ernst Strasser (V). Das Modell werde deswegen auf Bulgarien ausgeweitet, mit anderen Ländern würden die Gespräche intensiviert. "Um Kriminalität erfolgreich zu bekämpfen, brauchen wir aber auch das notwendige Budget, das notwendige Personal und die notwendige Infrastruktur", so Strasser. (apa)

10.8.2004 11:06