Montag, 9. August 2004

Rechtschreib-Streit erreicht Österreich: FP, Grüne wollen Reform überdenken

  • SPÖ und ÖVP wollen Reform beibehalten
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In Österreich sprechen sich die FPÖ und die Grünen für ein Überdenken der Rechtschreibreform aus. FPÖ-Bildungssprecherin Rossmann hat ein Durchrechnen der Kosten für die Rücknahme der Reform angeregt. Auch der stellvertretende Klubobmann der Grünen, Öllinger, sprach sich für eine Verlängerung der Übergangsfrist aus.

Außerdem sollten einzelne umstrittene Punkte der Reform korrigiert werden. SPÖ und ÖVP wollen die neue Rechtschreibung hingegen beibehalten. Nur Klubobmann Cap schert aus. Er hätte nie Sympathie für die Reform gehegt, und hätte im Gegenteil laut "Kurier" sogar "stille Sympathie, wenn man die Reform nicht fortsetzen würde".

Bildungsministerin Gehrer hat die Reform in den vergangenen Jahren wiederholt verteidigt. In den Schulen sei die Reform gut angenommen worden, die Schüler machten weniger Fehler als früher, sagte sie am vergangenen Freitag.

SPÖ-Bildungssprecher Niederwieser betonte, Mitte der 90er Jahre "sehr enttäuscht" über die Reform gewesen zu sein. Er hätte sich größere Schritte wie eine weitgehende Kleinschreibung und die Abschaffung des "ß" gewünscht. Allerdings müsse man jetzt dabei bleiben - es wäre "das Dümmste, jetzt wieder zur alten Rechtschreibung zurückzugehen".

Öllinger forderte, die aktuelle Debatte zum Anlass zu nehmen, noch einmal über die Reform "drüberzugehen". An den Schulen sollten die Übergangsfrist verlängert werden und beide Schreibweisen weiter gleichberechtigt gelten.

Ein "babylonisches Sprachenwirrwarr" befürchtet der niederösterreichische FPÖ-Fraktionsobmann Ram in einer Aussendung. Vor allem der älteren Generation sei es "nicht zuzumuten, sich mit der neuen Rechtschreibung auseinandersetzen zu müssen". Für wesentlich wichtiger halte er es, "unsere Sprache von der zunehmenden Überflutung an Anglizismen zu bewahren". (apa/red)

9.8.2004 18:07