Humanitäre Katastrophie im Sudan: Caritas
fordert von Regierung mehr Darfur-Hilfe!
- Die bisherigen 200.000 Euro "können ein Anfang sein"
·UN engagiert sich in
Krisenregion Darfur
PLUS: UNO zählt 50.000, Sudan "nur" 5.000 Tote
·Friedensgespräche für Darfur vereinbart
Rebellengruppen senden ihre höchsten Vertreter
·Hintergrund-Info: Sudan und Darfur
Krisenherd im größten Land Afrikas
Die Caritas Österreich fordert von der Regierung mehr Mittel für die humanitäre Hilfe in der westsudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur. Jene 200.000 Euro, die das Außenministerium zur Verfügung gestellt habe, "können ein Anfang sein. Ein substanzieller Beitrag, um die Situation der Menschen zu ändern, ist es nicht", stellte der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau am Montag in Wien fest.
Landau ist soeben von einer mehrtägigen Visite aus Darfur zurückgekehrt. Sein Resumee: "Ohne rasche Hilfe droht eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes." Gemeinsam mit der "Action of Churches Together" (ACT), einem Netzwerk protestantischer Kirchen, führt die Caritas im Westsudan ein Hilfsprogramm für mehr als 300.000 Flüchtlinge durch. In acht Lagern, in der Gegend um die Stadt Nyala (Süd-Darfur), versuche man "die größte Not zu lindern", so der Leiter der Auslandshilfe der Caritas Österreich, Franz Karl Prüller. Schwerpunkte der Aktivitäten lägen auf der Versorgung mit sauberem Wasser und Medikamenten, sowie der Verteilung von Lebensmitteln aus dem Welternährungsprogramm.
An die Regierung hat Landau den Appell gerichtet, die Mittel für die Sudan-Hilfe aufzustocken. Wenn bisher von 200.000 Euro die Rede gewesen sei, halte er, "eine wesentliche Erhöhung für unumgänglich". Nach eigenen Angaben hat die Caritas Österreich bisher 250.000 Euro für die Nothilfe in Darfur bereit gestellt. "Wer zögert, der riskiert, dass Menschen sterben", führte der Caritas-Direktor aus.
In Kürze werde in Österreich eine "Nachbar in Not"-Aktion anlaufen, kündigte Landau an. Diese soll die Kräfte aller Hilfsorganisationen bündeln. Frühere Bundeskanzler hätten derartige Initiativen durch die Übernahmen von Administrationskosten in der Höhe von vier Prozent der gesammelten Summe übernommen. Er hoffe, dass auch der gegenwärtige Bundeskanzler diese humanitäre Tradition fortsetzen wird.
"Für 100 Euro kann bereits eine dauerhafte, regensichere Unterkunft für eine Familie geschaffen werden", untermauerte Prüller seinen Spenden-Appell. Landau: "Wir dürfen die Menschen im Sudan nicht vergessen. Hilfe aus Österreich kann Leben retten." (apa/red)
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