Androsch mit Putsch-Vorwürfen: Laut Cap wird Zeiler Gusenbauer nicht ablösen!
- Gusenbauer will Gerüchte nicht kommentieren
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Ablenkungsmanöver vom Androsch-Vranitzky-Streit
Schweigsam zeigten sich am Montag die SPÖ-Spitzen zur Ansage von Ex-SPÖ-Finanzminister Hannes Androsch, wonach Ex-Kanzler Franz Vranitzky in einem Putsch SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer durch den Chef der RTL-Gruppe, Gerhard Zeiler, ablösen lassen möchte. Im Büro von Gusenbauer hieß es dazu, der SPÖ-Vorsitzende wolle dies nicht kommentieren.
Der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap betonte gegenüber der APA ebenfalls, "das möchte ich nicht kommentieren". Und: SPÖ-intern wird betont, Gusenbauer sitze fest im Sattel und werde beim Parteitag im Herbst als Parteivorsitzender bestätigt werden.
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos meint in der Montag-Ausgabe des "Standard" zu den Androsch-Aussagen, "hilfreich ist das nicht". In der Sache wiegelt Darabos ab: "Androsch hat jetzt einen Faden aufgenommen, der gar nicht da ist." So sehr auch über eine mögliche Kandidatur Zeilers spekuliert worden sei, schien die Angelegenheit zuletzt vom Tisch.
In diese Kerbe schlug auch Cap. Der SPÖ-Klubchef bekräftigte seine Aussagen von vergangener Woche, die noch vor der Androsch-Ansage fiel, wonach Zeiler nicht an die Spitze der SPÖ wechseln werde. Zeiler sei "einer der erfolgreichsten Medienmanager mit internationalem Ruf", den er, Cap, seit langem kenne und schätze und der "sicherlich nicht für irgendwelche Abenteuer zu haben ist". Cap betonte zudem, Gusenbauer werde im Herbst wieder zum Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidat gewählt.
Androsch-Vorwürfe
Androsch hatte am Samstag in einem ORF-Radio-Interview Vranitzky vorgeworfen, "herumzugehen und irgendwelche Quereinsteiger" ins Rennen bringen zu wollen. "Allenfalls im letzten Augenblick über einen Putsch. Sie wissen genauso gut wie ich, dass es die Idee der genannten Person ist, Gerhard Zeiler für diese Aufgabe zu gewinnen. Ich halte das für absurd und auch völlig unpassend. Ich gehe davon aus, dass der Parteitag hier eine klare Entscheidung bringt." Vranitzky wies diese Aussagen vehement zurück. (apa)
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