Montag, 9. August 2004

Familienhospiz-Karenz für Angehörigen-Pflege: Kaum in Anspruch genommen

  • Einkommensverzicht für Pflegedauer nicht leistbar
  • Nur 151 Personen nützen die neue Maßnahme

Nach wie vor kaum in Anspruch genommen wird die von der schwarz-blauen Bundesregierung eingeführte Familienhospizkarenz. Die Zahl von 115 Personen aus dem Vorjahr sei heuer "nur unwesentlich gestiegen", berichtet das Ö1-Frühjournal am Montag. Dies habe ein Rundruf bei den Gebietskrankenkassen ergeben.

Bei Einführung der Maßnahme im Juli 2002, die Berufstätigen die Pflege kranker oder älterer Angehöriger ermöglichen soll, hatte man mit bis zu 15.000 Inanspruchnahmen pro Jahr gerechnet.

Derzeit befinden sich laut "Ö1" in der Steiermark 32 Personen in Familienhospizkarenz, in Oberösterreich seien es 17, in Wien neun und in Salzburg vier. In Niederösterreich hätten heuer insgesamt 89 Menschen die Karenzregelung in Anspruch genommen.

Grund für den geringen Zuspruch ist Experten zufolge die Tatsache, dass es sich nur wenige Menschen leisten können, eine Zeit lang auf ihr Einkommen zu verzichten, um einen Angehörigen zu pflegen. Außerdem sind viele Pflegende bereits in Pension, weswegen sich die Frage der Familienhospizkarenz für sie gar nicht erst stellt. (apa)



9.8.2004 08:53