Montag, 9. August 2004

Neuerlich Explosionen in "Glyoxylsäure-anlage" im Linzer Chemiepark!

  • Keine Verletzten und keine Umweltschäden
  • Teilweiser Personalabbau durch Mutterkonzern möglich

Neuerliche Explosionen in einer Glyoxylsäureanlage im Chemiepark Linz in Oberösterreich ließen Befürchtungen laut werden, der niederländische Mutterkonzern der DSM Fine Chemicals Austria (DFCA) könnte Personal abbauen. Laut DSM-Konzernsprecher Friedrich Lunzer sei es jedoch "verfrüht" über das Ausmaß eines "möglichen Stellenabbaus" zu spekulieren.

Nachdem eine völlig neuentwickelte sechs Millionen Euro teure Anlage Montag früh explodiert war, müsse nun die Ursache geklärt werden.

Dass einige der knapp 1.000 Arbeitsplätze in der DFCA in Linz abgebaut werden könnten, wollte Lunzer am Montag im Gespräch mit der APA jedoch "nicht ausschließen". Er könne sich aber vorstellen, dass man das möglicherweise entstehende Problem durch Verlagerung auf Leasing-Arbeiter und Urlaubsvertretungen innerhalb der Chemie-Branche lösen könne. Dass dies funktioniert habe bereits der teilweise Produktionsstillstand nach der Explosion im vergangenen Jahr gezeigt. Damals haben laut Lunzer auch zahlreiche Beschäftigte am Wiederaufbau mitgearbeitet.

Erste Untersuchungen zur Klärung der Ursache der neuerlichen Explosionen seien bereits angelaufen. Mit einem Ergebnis dürfe allerdings erst "in etwa vier Wochen" gerechnet werden, so Lunzer. Ereignet haben sich die Explosionen Montag früh um 3.28 Uhr in der "Glyoxylsäureanlage 2, Bau 552". Die Anlage war erst seit drei Tagen im Betrieb und habe sich laut Lunzer noch in der "Anfahrphase" befunden. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt, es bestand auch keine Gefahr für die Umwelt.

Der Neubau der Anlage war erfolgt, nachdem Anfang Jänner 2004 die Ursache der folgenschweren Explosion am Werksgelände der DFCA am 13. August des Vorjahres geklärt schien. Damals war man davon ausgegangen, dass der Unfall durch Flüssigkeit ausgelöst wurde, die aus einem undichten Flansch eines Reaktors ausgetreten war. Sie entzündete sich, die dabei entstandene Hitze hatte die Explosion im Reaktor zur Folge. Damals waren 20 Personen verletzt worden. Aus Sicherheitsgründen wurden in Folge alle baugleichen Anlagen abgeschaltet.

Mit der Neukonstruktion der nun zerstörten - als besonders sicher geltende - Anlage wollte die DFCA ursprünglich ihre stillgelegten Anlagen ersetzen. "Wir glaubten jede Möglichkeit einer Explosion ausschließen zu können", so Lunzer. Das neue und nun möglicherweise gescheiterte Baukonzept basierte auf einer völligen Isolation der Produktionsanlage in einem eigens errichteten Bunker. "Durch das Greifen dieses Konzeptes kamen keine Personen zu Schaden", hieß es am Montag in einer Presseaussendung der DFCA. Die Schadenshöhe wurde vorerst mit etwa sechs Mio. Euro beziffert. (apa)

9.8.2004 08:35