Freitag, 6. August 2004

Streit im Urlaub: Weniger Erwartungen bringen positivere Reise-Erlebnisse

  • Psychologin: "Ferien zu schade, um sich zu ärgern"
  • WICHTIG: Den eigenen Urlaubs-Typ zu definieren

Nicht selten lassen Enttäuschung, Streitereien und Krankheiten den lang ersehnten Urlaub zu einem ungesunden Albtraum werden. Hauptgrund sind zu hohe und damit häufig nicht erfüllbare Erwartungen: "Enttäuschungen sind programmiert - unabhängig davon, ob sie sich auf den Partner, die Kinder oder das Urlaubsziel richten", erklärte die Leitende Psychologin der Christoph-Dornier-Klinik in Münster, Birgit Mauler.

Auch wenn man sich den Urlaub hart verdient habe, solle nicht erwartet werden, dass alles perfekt laufe. Schon die Vorbereitungen und die Reise seien anstrengend. Wer Erholung und Entspannung sofort erwarte, erwarte zu viel. Stattdessen sollte man sich auf positive Erlebnisse konzentrieren und versuchen, das Beste daraus zu machen, betonte Birgit Mauler: "Die Urlaubszeit ist zu schade, um sich lange zu ärgern. Auch kleine Dinge können zur Erholung beitragen."

Richtigen Urlaubstyp definieren
Entscheidend ist nach Angaben der Expertin auch, welcher Urlaubstyp jeder sei. Erhole man sich am besten bei Wanderungen, Rafting oder einer Stadtbesichtigung? Oder reichten eine Strandliege und ein gutes Buch? Wichtig sei, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und den Urlaub unter Berücksichtigung der Interessen aller Mitreisenden darauf abzustimmen, sagte die Expertin.

Zu viel Nähe im Urlaub kann schaden
Dazu gehöre auch, dass jeder zwischendurch mal etwas alleine unternehme. Denn zu viel Nähe im Urlaub könne anstrengend sein. Das erfahren nach Erkenntnissen der Psychologin auch viele Paare, die mit einem gemeinsamen Urlaub ihre Beziehung zu retten versuchen: "Nicht selten reisen sie getrennt zurück", berichtete Birgit Mauler. (apa)



6.8.2004 10:32