Mittwoch, 4. August 2004

8 Frauen in Barrosos Team: Weibliche Ver-tretung in EU-Machtzentrale stark wie nie!

  • Ein-Drittel-Frauenquote wurde bereits durchgesetzt
  • Ferrero-Waldners Nomierung beispielgebend für andere

Sein erstes Versprechen gegenüber dem Europaparlament hat Jose Manuel Durao Barroso erfüllt. Die von ihm angestrebte Ein-Drittel-Frauenquote in seinem neuen Team hat der künftige Kommissionspräsident nach gehörigem Druck auf die Mitgliedstaaten durchgesetzt. Nicht unmaßgeblich am Erfolg der EU-Frauen beteiligt: Österreichs Ferrero-Waldner. Durch ihre Nominierung für Brüssel fühlten sich auch Kopenhagen und Den Haag unter Druck gesetzt ihrerseits nun auch Frauen zu entsenden.

Abgeschirmt von der Presse verhandelt Barroso derzeit im Brüsseler Kommissionsgebäude in einer Reihe von informellen Gesprächen mit den designierten Kommissaren über deren neue Aufgaben. Die Frauenquote von acht der 24 Kommissionsmitglieder konnte Barroso nur mit Hilfe Österreichs, Dänemarks und der Niederlande erfüllen. Nachdem die Bundesregierung Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) nominiert hat, kamen auch Kopenhagen und Den Haag unter Druck. Mit acht Kommissarinnen wird die Behörde den höchsten Frauenanteil in ihrer bisherigen Geschichte erreichen.

Mehr Frauen auch in Den Haag?
So machte Barroso dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen wohl klar, dass der erstgereihte Einwanderungsminister Bertel Haarder nicht Innen- und Justizkommissar wird. Dänemark schickt nunmehr die Landwirtschaftsministerin Mariann Fischer Boel, die die Fischerei-Agenden aber möglicherweise auch das mächtige Agrarressort übernehmen könnte. Auch Den Haag will sich das Zugeständnis an die Frauenquote teuer abkaufen lassen. Die liberale Ex-Verkehrsministerin Nellie Kroes will auch in der Kommission für Transport zuständig sein, nachdem ein Favorit für die Nachfolge von Agrarkommissar Franz Fischler, Landwirtschaftsminister Cees Veerman, nicht nominiert wurde. (apa/red.)

4.8.2004 15:43