Montag, 2. August 2004

"Messenger"-Start verschoben: Neuer Startversuch für Dienstag geplant

  • Dicke Wolkendecke machte Abheben unmöglich
  • Erste Raumsonde zum Merkur seit 30 Jahren

Der Start der Raumsonde "Messenger" zum Planeten Merkur wurde verschoben. Eine dicke Wolkendecke hätte den Start unmöglich gemacht, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Ob ein Start am Dienstag morgen möglich sein wird, ist zunächst noch unklar. "Messenger" ist die erste Sonde seit 30 Jahren, die zum Merkur aufbrechen wird.

Die NASA will erstmals seit 30 Jahren wieder eine Raumsonde zu dem sonnennächsten Planeten schicken. Der Start war für Montag um 2.16 Uhr Ortszeit (8.16 Uhr MESZ) geplant und wurde dann knapp zehn Minuten vorher abgesagt.

Die "Messenger"-Sonde soll in den kommenden sieben Jahren rund acht Milliarden Kilometer durch das Weltall fliegen, bevor sie im März 2011 in eine Umlaufbahn um den Merkur einschwenkt und ihn ein Jahr lang umkreisen wird. Die NASA erhofft sich von der 427 Millionen Dollar (345 Millionen Euro) teuren Mission neue Aufschlüsse über die geologische Geschichte des zweitkleinsten Planeten im Sonnensystem sowie dessen Magnetfeld und mögliche Eisvorkommen an den Polen. Wegen der starken Strahlung und der Hitze von über 450 Grad Celsius wird die Sonde mit einer Schicht aus Spezialkeramik geschützt.

Als einzige Raumsonde war bisher "Mariner 10" in den Jahren 1974 und 1975 drei Mal am Merkur vorbeigeflogen. Dabei hatte sie aber nur eine Seite des Planeten beobachten können. (apa/red)

2.8.2004 10:42