Schwere Androsch-Kritik: Vranitzky will
"Putsch" gegen SP-Chef Gusenbauer
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- Vranitzky: Kritik "An den Haaren herbeigezogen"
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Ex-Finanzminister Hannes Androsch hat sich im Rahmen der Arbeitszeitdebatte dafür ausgesprochen, auf zwei Feiertage zu verzichten, aber im Gegenzug drei Urlaubstage mehr zu gewähren. In der Radioreihe "Im Journal zu Gast" lobte Androsch den SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer, der auch Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten sein werde.
Scharfe Kritik übte er an Ex-Kanzler Franz Vranitzky (S), der "an den Niedergang" der SPÖ vor Gusenbauer "hauptverantwortlich beteiligt" gewesen sei. Und was künftige Koalitionsmöglichkeiten betrifft, bezeichnete Androsch "schwarz-grün als eine große Gefahr".
Ziel der SPÖ bei den nächsten Nationalratswahlen müsse es sein, "genug dazu zu gewinnen, dass es rein rechnerisch unmöglich ist", ohne die Sozialdemokraten zu regieren. Bei der FPÖ könne man ja davon ausgehen, dass "die Freiheitlichen weiter durch die de facto Spaltung an Boden verlieren".
Androsch warf Vranitzky vor, "herumzugehen und irgendwelche Quereinsteiger" ins Rennen bringen zu wollen. "Allenfalls im letzten Augenblick über einen Putsch. Sie wissen genauso gut wie ich, dass es die Idee der genannten Person ist, Gerhard Zeiler für diese Aufgabe zu gewinnen. Ich halte das für absurd und auch völlig unpassend. Ich gehe davon aus, dass der Parteitag hier eine klare Entscheidung bringt". Mit Vranitzky habe er über diese Frage nicht gesprochen. Aber er sei überzeugt, dass die Delegierten Gusenbauer wählen werden, vor allem weil sich auch Wiens Bürgermeister Michael Häupl oder die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller sowie der Landesvize von Oberösterreich, Erich Haider, für den SPÖ-Chef ausgesprochen hätten.
Vranitzky: "An den Haaren herbeigezogen"
Alt-Bundeskanzler Vranitzky reagierte im ORF-Radio auf die Kritik Androschs. Der Vorwurf sei "an den Haaren herbeigezogen" und schlicht unwahr. Zudem habe er die Erfahrung gemacht, dass es besser sei, auf die Kommentare "dieses Herrn" nicht einzugehen.
Androsch will 2 Feiertage gegen 3 Urlaubstage tauschen
Was die Pensionsreform betrifft, meinte Androsch, angesichts steigender Lebenserwartung "heißt das, dass wir länger arbeiten müssen". Davon seien Berufe wie Hochofenarbeiter, Verschubarbeiter bei der Bahn oder Krankenschwester in Intensivstation beispielsweise ausgeschlossen. Ohne Österreich oder Europa schlecht reden zu wollen, müsse man sagen, dass sich die europäischen Regierungen in einer "Situation geradezu der Regierungsunfähigkeit befinden". Dies sei aber nicht nur den Akteuren anzulasten, sondern auch der allgemeinen gesellschaftlichen Grundstimmung. (apa)
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