"Wir würden gleich losschlagen": AUA-Piloten bleiben weiterhin streikbereit
- Betriebsrat: Auch Piloten der Lauda Air sind "stinksauer"
- Vorstand und Personalvertreter setzen auf Sozialpartner
Piloten und Flugbegleiter der Austrian Airlines (AUA) drohen mit neuerlichen Streiks, wenn die vereinbarte Zusammenführung der Flugbetriebe von AUA und ihrer Tochter Lauda Air nicht wie vereinbart über die Bühne geht. "Auch die Kollegen von Lauda Air sind stinksauer", sagte AUA-Bord-Betriebsrat Karl Minhard am Montag zur APA. Aus deren Sicht würden zugesagte Gehaltserhöhungen wackeln und Pensionsregelung wieder wackeln. Allfällige Streiks würden diesmal nicht angekündigt, sondern "wir würden gleich losschlagen", hieß es.
Neuerliche Beschlüsse des Personals durch Urabstimmungen seien für Kampfmaßnahmen nicht mehr erforderlich. Der Betriebsrat sei von der Belegschaft nach Beschlüssen von vergangenem Jahr weiterhin beauftragt, "alle notwendigen Maßnahmen" gegen Stellenabbau und für eine Partizipation an der künftigen Expansion zu ergreifen, unterstrich Minhard heute.
Konkrete Beschlüsse für Maßnahmen seien in heutigen Beratungen der Betriebsräte beider Fluglinien aber nicht gefasst worden. Unmittelbar bevorstehen dürften Kampfmaßnahmen wie Streiks noch nicht. "Wir warten ab, was die Sozialpartner dazu sagen", sagte der AUA-Betriebsrat am Abend zur APA. Auch der Vorstand will die Sozialpartner, konkret die Wirtschaftskammer, einschalten, um "die unerklärliche Vorgangsweise" der Betriebsräte vom Freitag zu klären. Die Personalvertreter hätten mit ihrem übergebenen KV-Entwurf den erreichten Grundkonsens vom November 2003 und vom März 2004 verlassen, indem sie darauf bestanden, dass der neue KV ausdrücklich auch für die Lauda Air gelten solle.
Belegschaftsvertreter und Vorstand weisen einander gegenseitig die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen über einen gemeinsamen Kollektivvertrag (KV) für das fliegende Personal von AUA und Lauda Air am Freitag zu. Der Vorstand wolle auch nach einer Zusammenlegung der beiden Flugbetriebe einen "fiktiven Lauda Air-Flugbetrieb" aufrecht erhalten, der mit neuen Mitarbeitern ohne KV und zu schlechteren Bedingungen aktiviert werden könne, so der Vorwurf der Belegschaftsvertreter. Die AUA schloss heute "eine Aktivität der Lauda Air außerhalb des neuen KV definitiv aus". Das schließe aber eine Weiterführung des Lauda Air-Betriebs keineswegs aus, meint der Betriebsrat.
Die KV-Verhandlungen hätte ursprünglichen Plänen zufolge bis Anfang Juli abgeschlossen werden sollen. Im November 2003 bzw. März 2004 hatten sich AUA-Management und Sozialpartner auf die Rahmenbedingungen des neuen KV geeinigt, die detaillierte Ausformulierung steht noch aus. (apa/red)
Verrat im Vatikan16:29
Komplizen gesuchtItalienischer Kardinal wird verdächtigt. Weitere Festnahmen nicht ausgeschlossen.
Oberösterreich16:50
Familie überlebt CrashAutolenker hatte Sekundenschlaf: Geländewagen überschlug sich mehrfach
Wettskandal in Italien17:04
Razzia bei der SquadraPolizei durchsucht Raum von Verteidiger Criscito im Trainingslager der Italiener

