Deutsche Bahn verschärft ihren Sparkurs: Genereller Ausgabenstopp!
- Kosten für Ticketvertrieb soll um 100 Mio. sinken
Der generelle Ausgabenstopp der Deutschen Bahn AG für das gesamte Unternehmen ist auf Skepsis bei den Gewerkschaften gestoßen. Nachdem Vorstandschef Hartmut Mehdorn in einem Brief an die Führungskräfte den Stopp verkündet hatte, forderte die Gewerkschaft Transnet nach Angaben ihres Sprechers Michael Klein vom Montag "Erklärungen" beim Vorstand an. Bisher erscheine diese Maßnahme "fragwürdig", sagte Klein.
Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Bahn AG wollen sich am 19. August mit dem Vorstand treffen, um Klarheit über den Ausgabenstopp zu erhalten. Mehdorn hatte mit Datum vom 20. Juli das Schreiben verschickt, in dem er einräumte, dass das Unternehmen zwar im ersten Halbjahr "von einigen Teilbereichen abgesehen gut voran gekommen" sei. Es sei aber offen, wie sich die Konjunktur entwickle und ob "die bereits eingeleiteten Maßnahmen, zum Beispiel die Preis-Aktionen im Personenverkehr, nachhaltig greifen".
Hauptproblem Fernverkehr
Eines der Hauptprobleme der mangelnden Auslastung im Fernverkehr, das hatte Mehdorn in jüngster Zeit mehrfach betont, ist der Umstand, dass die Bahn im Vergleich zu Billigfliegern als zu teuer empfunden wird. Den "gefühlten" Preis eines Bahntickets sollten die 29-Euro-Angebote senken helfen, die noch bis zum 31. August buchbar sind.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Montagausgabe) berichtet, will das Unternehmen unter anderem mit der Reduzierung des Personals in den Reisezentren die Vertriebskosten für Tickets im laufenden und kommenden Jahr um insgesamt 100 Mio. Euro senken. Eine Sprecherin bestätigte am Sonntag generelle Pläne, die Kosten in diesem Bereich zu reduzieren. Genaue Angaben zu den geplanten Sparmaßnahmen machte sie aber nicht.
Schon seit etwa einem Jahr beginnt die Bahn mit der Verringerung der Besetzung der Reisezentren. 2004 und 2005 sollen 1.000 von 4.000 Stellen beim Ticket-Verkauf gestrichen werden. Außerdem will sie Provisionen für Reisebüros und Agenturen kürzen.
Der Anteil der am Automaten gezogenen Tickets soll demnach von einem Zehntel auf ein Fünftel steigen, der Anteil der Internet-Buchungen am gesamten Fahrkarten-Umsatz von 0,5 im Jahr 2000 auf 5,9 Prozent zulegen. An den Schaltern solle im kommenden Jahr dann nur noch etwas mehr als jedes dritte Ticket abgeholt werden, hieß es. Die Provision für Reisebüros und Agenturen solle von sieben bis zwölf Prozent auf fünf bis acht Prozent sinken.
(apa)
Verrat im Vatikan16:29
Komplizen gesuchtItalienischer Kardinal wird verdächtigt. Weitere Festnahmen nicht ausgeschlossen.
Oberösterreich16:50
Familie überlebt CrashAutolenker hatte Sekundenschlaf: Geländewagen überschlug sich mehrfach
Wettskandal in Italien17:04
Razzia bei der SquadraPolizei durchsucht Raum von Verteidiger Criscito im Trainingslager der Italiener

