Montag, 2. August 2004

GM will in Europa Jobs abbauen: "Wir haben zu viele Gehaltsempfänger"

  • In Verwaltung soll Personal abgebaut werden
  • Entwicklung, Produktion, Einkauf, Vertrieb nach Zürich

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) will von den insgesamt 60.000 Arbeitsplätzen in Europa Stellen abbauen. "Es ist ganz klar: Wir haben europaweit viel zu viele Gehaltsempfänger", sagte GM-Vizepräsident Bob Lutz.

Wie viele Arbeitsplätze gestrichen werden, wollte Lutz nicht beziffern. Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, soll dies vor allem die Verwaltung treffen. Opel beschäftigt mit 32.000 Mitarbeitern in Deutschland knapp die Hälfte der gesamten GM-Belegschaft in Europa.

Entwicklung, Produktion, Einkauf, Vertrieb nach Zürich
GM baut derzeit sein Europageschäft radikal um. Nach Jahren hoher Verluste sollen Entwicklung, Produktion, Einkauf und Vertrieb zentral aus der Europazentrale in Zürich gesteuert werden. Davon erhofft sich der Konzern Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe. GM-Europa-Präsident Carl-Peter Forster hatte vor zwei Wochen erklärt, Kündigungen seien nicht mehr auszuschließen, man könne keine Beschäftigungsgarantie mehr geben. Die schwedische GM-Tochter Saab will nach Medienberichten einige hundert der insgesamt 6.300 Stellen abbauen.

"Opel kann nicht schwarze Zahlen schreiben, bevor nicht das Problem auf europäischer Ebene gelöst ist", sagte Lutz. Der GM-Vize sieht die Zukunft der Marke Opel darin, "Autos mit erstaunlichem Gegenwert zu bauen, Autos mit viel Fahrfreude, hoher Funktionalität und hervorragendem Design." Man könne die Marke nicht zu einer Premiummarke machen. "Opel darf nicht versuchen, wie Mercedes oder BMW zu sein." Der Standort Rüsselsheim habe besondere Bedeutung für GM, weil dort neuerdings die Entwicklung sämtlicher Mittelklassewagen angesiedelt sei.
(apa)

2.8.2004 15:30