Olympisches Damen-Tennis-Turnier: Ladys verzichten auf angekündigten Boykott
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Die weltbesten Tennis-Damen werden trotz der Nicht-Nominierung der besten deutschen Spielerinnen Anca Barna und Marlene Weingärtner an den Olympischen Spielen in Athen teilnehmen und auf den angedrohten Boykott des Turniers verzichten. Das teilte Larry Scott, Vorsitzender der Spielerinnen-Vereinigung WTA, am Samstag in einer Presseerklärung mit.
"Trotz der Unfähigkeit des Weltverbandes ITF und des IOC, den Erwartungen an den Geist unserer olympischen Vereinbarung zu entsprechen, und des Schadens für zwei verdiente Athletinnen, will die WTA-Tour ihren Verpflichtungen für die Olympischen Spiele nachkommen", hieß es in der Erklärung. Die Entscheidung, in Athen anzutreten, folge zwei wichtigen Prinzipien der WTA: der Fairness gegenüber 64 Spielerinnen, die von Olympia geträumt und sich darauf vorbereitet hätten und nicht für die ungerechte Entscheidung anderer bestraft werden dürften sowie der Verantwortung gegenüber den Fans und den Olympischen Spielen überhaupt.
Entsprechend werde es in Athen auch wie geplant Punkte für die Ranglisten der WTA geben. Barna und Weingärtner würden die Gelegenheit erhalten, beim parallel stattfinden Turnier in Cincinnati um Ranglistenpunkte zu kämpfen. Für die Zukunft werde die WTA ihre bestehende Vereinbarung mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) aber nicht verlängern, sondern nur dann über die Vergabe von Weltranglistenpunkten bei Olympia diskutieren, wenn zu 100 Prozent sichergestellt sei, dass alle Spielerinnen, die es auf Grund ihrer Ranglistenposition verdient hätten, auch bei Olympia teilnehmen dürften.
Die WTA hatte über einen Boykott des Olympischen Tennisturnieres nachgedacht, nachdem das Nationale Olympische Komitee (NOK) für Deutschland die Nominierung von Barna und Weingärtner abgelehnt hatte. Beide deutschen Damen hatten sich am Stichtag unter den für Olympia startberechtigten ersten 56 der Weltrangliste befunden - Barna als Nummer 46, Weingärtner als Nummer 52. Das NOK für Deutschland hatte eine Nominierung mangels Erfolgsaussichten trotzdem abgelehnt, weil sie das geforderte Qualifikationskriterium Grand-Slam-Viertelfinale oder Finale eines Top-Turniers nicht erreicht hatten.
(apa/red)
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