Schwimmen: "Morgenmuffel" Zahrl muss schon in der Früh voll da sein
- Wienerin im Training mit Belastungsserien, um bei Olympia in Athen nicht schon im Vorlauf baden zu gehen
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Die Wienerin Petra Zahrl ist fernab von jeglichem olympischen Stress. Die 23-Jährige absolviert noch bis kurz vor dem Olympia-Start im Wiener Stadionbad in aller Ruhe ihr gewohntes Programm, in täglich zwei Mal zwei Stunden bringt sie es auf insgesamt zehn Kilometer. Schrauben viele Schwimmer ihre Trainingsintensität drei bis vier Wochen vor dem Wettkampf zurück, wird sich die Zeitsoldatin bloß die letzte Woche vor ihren 200 m Delfin eine Reduktionskost gönnen. Ein verstärktes Augenmerk liegt auf der Früharbeit.
Denn "Morgenmuffel" Zahrl muss im Olympic Aquatic Centre schon im Vorlauf am Vormittag voll da sein, um nicht das Semifinale zu verpassen. Für Trainer Kurt Dittrich liegt darin auch die einzige Unsicherheit: "Es passt alles bei Petra, sie hat sehr gute Werte und ist gesund. Von da her hat sie das Semifinale drinnen. Nur, wenn sie am Morgen noch nicht so ganz auf Touren kommt, könnte es mit der Qualifikation knapp werden." Daher lässt der Coach Zahrl besonders am Morgen intensiver arbeiten, damit sie sich an die Belastung gewöhnt.
Schon ab acht Uhr zog die Kurzbahn-EM-Dritte 2000 einsam ihre Bahnen, eine dreiviertel Stunde später gesellte sich Mirna Jukic dazu. Neugierige Blicke der nach und nach eintreffenden Badegäste begleiteten sie. Jukic ist den meisten ein Begriff, Zahrl weniger. Auch ihr fünfter Platz bei den Europameisterschaften in Madrid nach drei Mal verbessertem österreichischen Rekord ging medial neben den Gold-Medaillen von Jukic und Markus Rogan ziemlich unter. Zu Unrecht, auch Dittrich ärgerte sich über die Rand-Notizen.
Denn die lange Delfin-Strecke war bei der EM weit besser besetzt als so manch anderer Bewerb. Und in Athen kommen da nicht allzu viele mit besseren Top-Marken als Zahrl dazu, wobei nur die polnische Weltrekordlerin Otylia Jedrzejczak und die Australierin Petria Thomas in einer eigenen Liga schwimmen dürften. Daher scheint das Finale für Zahrl keine Utopie. "Wenn sie im Semifinale unter 2:10 schwimmt, könnte sie dabei sein", vermutet Dittrich. Zum Vergleich: Bei der EM schlug Zahrl in 2:10,50 an, fehlt also "nur" rund eine halbe Sekunde. (apa/red)
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