Dienstag, 3. August 2004

Staatsanstellung für die Olympiasieger: Griechen liegen in der Geldrangliste vorn

  • Hellenen erhalten pro Goldmedaille 190.000 Euro!
  • Österreichs Athleten bekommen maximal 11.000 Euro

Nach den Sommerspielen 1912 wurden dem Mehrkämpfer Jim Thorpe seine zwei Olympiasiege aberkannt, weil der Amateur als Mitglied eines Baseball-Teams 60 Dollar kassiert hatte. 92 Jahre später winken den Siegern von Athen zum Teil sehr lukrative Prämien und den erfolgreichen Sportlern des Gastgeberlandes sogar berufliche Anstellungen auf Lebenszeit. Während die um ein vielfaches höheren Preisgelder im Budget der millionenreichen Profis von heute nur noch einen kleinen Teil ausmachen, bieten sie der Mehrzahl der Athleten die Chance, sich durch Leistung etwas Wohlstand zu verschaffen.

In Athen gibt es vor allem für Athleten des Gastgeberlandes viel zu verdienen: Griechenland zahlt für eine Goldmedaille rekordverdächtige 190.000 Euro, für Silber gibt es 132.000 Euro und für Bronze 73.000 Euro. Den griechischen Gewinnern winkt aber nicht nur eine Menge Geld, denn Olympiasiegern werden Staatsanstellungen bei Heer, Marine, Luftwaffe, Polizei, Küstenwache oder Feuerwehr angeboten. Dies kommt einer Job-Garantie bis zur Rente gleich.

Weniger lukrativ ist da die Ausbeute für Österreichs Athleten mit Prämien in Form von Philharmoniker-Goldmünzen im Wert von 11.000, 9000 bzw. 7000 Euro. Etwa im gleichen Ausmaß werden auch die deutschen Sportler belohnt. Sie erhalten von der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) wie vor vier Jahren in Sydney 15.000, 10.000 und 7500 Euro für die ersten drei Plätze. Mehr Bares gibt es hingegen für spanische Sportler: 75.000, 40.000 und 24.000 Euro streichen die Medaillengewinner in den Einzelsportarten ein.

Für die chinesischen Athleten sind die Zahlungen von schätzungsweise 15.000, 8000 und 5000 Euro zwar auch ein Anreiz. Doch viel wichtiger dürfte es für sie sein, sich vier Jahre vor den Spielen in Peking für den dortigen Werbemarkt in Szene zu setzen. Große Unternehmen locken populäre Sportler mit Verträgen sowie Geld- und Sachgeschenken.

Zahlungen aus der Wirtschaft sind für viele US-Sportler ohnehin bedeutender als Prämien. Diese liegen mit 25.000, 15.000 und 10.000 Dollar im Mittelfeld der internationalen Geldrangliste. Wer als russischer Spitzensportler nicht von der Teilnahme an Wettkämpfen im Westen oder von der Werbung leben kann, muss als Athlet einer wenig prestigeträchtigen Disziplin mit einem staatlichen Mini-Lohn von 170 Euro auskommen. Da ist der Sieg fürs Portemonnaie besonders wichtig: 40.000 Euro gibt es für Gold. (apa/red)

3.8.2004 13:14