Donnerstag, 5. August 2004

Streit um TV-Rechte: Premiere und ATV+ wollen BKS-Angebot akzeptieren

  • Der ORF will den Vergleichsvorschlag prüfen lassen

Premiere und ATV signalisieren im Streit um die TV-Rechte Bereitschaft, das neue Vergleichsangebot des Bundeskommunikationssenats (BKS) zu akzeptieren. "Wir halten den Vorschlag für konstruktiv und weise. Die Interessen der beteiligten Parteien werden fair bedient - ein Kompromiss im Interesse des österreichischen Fußballs", sagte Premiere-Chef Georg Kofler im Gespräch mit der APA. Und auch ATVplus-Chef Franz Prenner "würde das Angebot annehmen".

Die "Entwertung" der Exklusivität von Premiere würde sich mit dieser Lösung im international üblichen Rahmen bewegen. "Damit können wir grosso modo leben", meinte Kofler. Nun sei eine "schnelle Entscheidung im Sinne des österreichischen Sports" notwendig. Verhandlungsbedarf sieht der Premiere-Chef noch beim Entgelt, das der ORF laut BKS für die Kurzeberichte zahlen soll. Dieses entspreche noch nicht internationalen Standards. Kofler: "Über Geld möchten wir noch ein klein bisschen reden. Da der ORF eine wohlhabende öffentlich-rechtliche Anstalt ist, wird er sich das leisten können."

ORF prüft
Der ORF will in den kommenden Tagen prüfen, ob der zweite Vergleichsvorschlag des Bundeskommunikationssenats (BKS) "im Sinn des Versorgungsauftrags im öffentlichen Interesse angenommen werden kann". Dies teilte der öffentlich-rechtliche Sender in einer Aussendung mit.

"Verwunderlich" sei allerdings, "dass sich der nun vorliegende Vorschlag vom ursprünglichen, der dem Informationsinteresse des Publikums tendenziell entgegengekommen wäre, doch deutlich unterscheidet", heißt es. "Und zwar zum Schaden jener TV-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer, die nicht über die entsprechenden Pay-TV-Empfangsmöglichkeiten verfügen." Zentrales Anliegen des ORF sei es, "seinem gesetzlichen Versorgungsauftrag im öffentlichen Interesse auf Basis des Fernsehexklusivrechtegesetzes auch im Fall der Fußball-Bundesliga nachkommen zu können".

1.000 Euro pro Minute
Für Sonntagsspiele soll sich das Ausmaß der Kurzberichterstattung des ORF aus der Anzahl der Spiele multipliziert mit 60 Sekunden ergeben. Für Spiele in den "englischen Wochen" soll der ORF berechtigt sein, den Kurzbericht frühestens ab 22:00 Uhr zu senden. Als Preis für das Recht auf Kurzberichterstattung durch den ORF schlägt der BKS 1.000 Euro pro Minute vor. ORF, Premiere und ATV haben nun bis 12. August Zeit, eine Stellungnahme abzuliefern. (apa/red)

5.8.2004 13:57